Versicherung & Vorsorge

Debeka Krankenversicherung sieht gute Zukunft für die PKV

Im Interview mit dem „Handelsblatt“ beurteilt Debeka-Chef Uwe Laue die Zukunftschancen für die private Krankenversicherung (PKV) als gut. Allerdings bemängelt er, dass einige wenige eine ganze Branche zu Unrecht in Misskredit bringen würden. Uwe Laue gibt unumwunden zu, dass die öffentliche Wahrnehmung der PKV ein Problem für die Branche darstellt.

Zugleich bekräftigt der Chef der Debeka Krankenversicherung, dass das zweigliedrige Gesundheitssystem eine wichtige Funktion für die Qualität der Gesundheitsvorsorge in der Bundesrepublik Deutschland erfüllen würde.

Uwe Laue: Einige bringen gesamte PKV Branche in Misskredit

Demnach würde gerade die Tatsache, dass ein Teil des Gesundheitssystems höhere Preise verlange, quasi eine Grundlage des Bestandschutzes für das Gesundheitssystem insgesamt darstellen, so Uwe Laue sinngemäß in dem Interview. Zugleich gibt der Debeka-Chef aber auch zu, dass in der PKV-Branche Fehler gemacht wurden. So kritisiert er beispielsweise die Provisionsexzesse beim Abschluss von Neuversicherungen als nicht gerechtfertigt in der Sache.

Zugleich verweist Laue darauf, dass die Beitragssteigerungen einiger weniger PKV-Versicherer in der öffentlichen Wahrnehmung auf die ganze Branche heruntergebrochen würden und deshalb die gesamte Private Krankenversicherung zu Unrecht in Misskredit gerate.

Debeka: Nur geringe Provisionszahlungen vereinbart

Auf die Feststellung des Handelsblattes, dass die Debeka Krankenversicherung in ihrem Bestand viele Beamte habe, wodurch auch nur geringe Provisionszahlungen für Abschlüsse fällig würden, antwortete der Debeka-Chef, dass es richtig sei, dass die Beitragssteigerungen bei der Debeka unter dem Durchschnitt der PKV-Branche liegen würden und dass die Debeka im Gegensatz zu vielen anderen PKV-Unternehmen nur relativ geringe Provisionen bezahlen würde. Dennoch wird auch die Debeka für die Fehler anderer PKV-Versicherer indirekt haftbar gemacht, so Laue.

Unisex-Tarife sorgen für Unsicherheit innerhalb der PKV

In Bezug zu den ab Dezember geltenden PKV Unisex-Tarife gab der Debeka-Chef einige Unsicherheiten innerhalb der gesamten PKV-Branche zu. Insbesondere mögliche Tarifwechsler und die Kalkulationsbasis für die neuen Tarife würden demnach noch mit einer gewissen Unsicherheit behaftet sein, so Laue. Durch die Einführung der Unisextarife muss die Debeka zwei ihrer bewährten Tarife schließen. Die Tarife sind seit den Jahren 1970 und 1977 auf dem Markt.

Debeka: Annahmerichtlinien in der PKV überdenken

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass der Debeka-Chef darüber nachdenkt, die Annahmerichtlinien für Beamte in der PKV auf alle PKV-Neuversicherte auszuweiten. Da es bei Beamten keine Ablehnungen hinsichtlich einer Versicherung in der PKV gibt, könne dies als Modell auch für andere potenziellen Berufsgruppen herhalten, erläutert Uwe Laue die Position der Debeka.

In Bezug auf die Überlebenschancen der PKV sieht der Debeka-Chef gute Chancen auf eine Bewahrung der privaten Krankenversicherung als Versicherungsform. Insbesondere die Tatsache, dass es ein grundgesetzlich verbrieftes Recht auf Eigentum gibt, könnte die private KV letztlich retten. So würde der Eigentumsschutz in Bezug auf die Altersrückstellungen und die diesbezüglichen Pläne der derzeitigen Opposition, die Altersrückstellungen der PKV anzutasten, ein Klagegrund für das Bundesverfassungsgericht darstellen, so Uwe Laue.



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