Gesellschaft

Demografie: Geburtenrate sinkt dramatisch

Die Demografie spielt insbesondere dann eine Rolle, wenn es um die Geburtenrate geht. In vielen armen Ländern gibt es einen Geburtenüberschuss und zu wenig Nahrung, um die Kinder zu ernähren.

In den Industrieländern indes sieht die Entwicklung völlig anders aus, so auch in Deutschland. Im weltweiten Vergleich besitzt Deutschland den größten Anteil an dauerhaft kinderlosen Frauen.

In einer neuen Untersuchung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung wurde dies nunmehr festgestellt. Als Begründung gab die Studie an, dass insbesondere die Unvereinbarkeit von Familie und Beruf als Grund für die Kinderlosigkeit angegeben wurde.

Island weist die höchste europäische Geburtenrate auf

Viele Frauen berichten auch darüber, dass „Muttersein“ keine gesellschaftliche Anerkennung erfahre. Insbesondere weil in den alten Bundesländern das klassische Selbstverständnis einer „guten Mutter“ mit dem daheimbleiben während der Erziehungszeit in Verbindung gebracht wird, entscheiden sich viele Frauen gegen die Gründung einer Familie.

In Europa gibt es zehn Länder, in denen die Geburtenrate noch niedriger ist als in Deutschland. Lettland beispielsweise besitzt lediglich eine Geburtenquote von 1,17. Deutschland hingegen besitzt eine Quote von 1,39. Das kleine Island hingegen weist eine Geburtenrate von 2,20 Kindern auf.

Flexiblere Arbeitszeiten gefordert

Norbert Schneider, Direktor des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung fordert weniger Geld in direkte Transferleistung zu investieren. Zur Transferleistung gehört neben dem Elterngeld auch das Kindergeld sowie das neu beschlossene Betreuungsgeld.

Stattdessen fordert Schneider eine gezielte Förderung von flexiblen Arbeitszeiten. Hierzu gehören auch der Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen und die weitere Gleichstellung von Mann und Frau. Interessant an der Studie ist, dass offenbar rein egoistische Interessen bei der Entscheidung gegen die Gründung einer Familie sprechen.

Egoismus als Grund für den Geburtenrückgang?

So gilt beispielsweise die Pflege von Hobbys oder Freundschaften als besonders wichtig. Die Stellung der Familie und der Kinder in der Gesellschaft scheint sich indes zu wandeln. Die daraus resultierende Problematik des demografischen Wandels verursacht hingegen langfristig gesehen auch Probleme, die sich dann wieder auf die egoistischen Interessen auswirken. So stellt sich beispielsweise die Frage, wer angesichts des zunehmenden Pflegenotstandes in Zukunft die Pflege von Kranken und Alten übernehmen wird?

Dies gilt umso mehr, als dass eine eigene Betroffenheit von der Pflegebedürftigkeit für die Zukunft nicht auszuschließen ist. Zudem dürfte in naher Zukunft die Rente weiter sinken. Auch dies ist letztlich dem demografischen Wandel und damit der zukünftigen Demografie mit ihrer niedrigen Geburtenrate geschuldet.

Wie sehr also egoistische Interessen der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung entgegenstehen, belegen diese Beispiele sehr deutlich. Insofern gilt es, seitens der Politik die Familie jenseits klassischer Rollenbilder in den Fokus zu rücken und somit auch die Rolle der Mutter in emanzipatorischer Hinsicht und damit auch im Hinblick auf die Gleichberechtigung ebenso hervorzuheben wie die Rolle des Vaters.



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