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Der Fall Barbara Burtscher: Wie die Presse Träume zerstört

Der Fall Barbara Burtscher machte in der Schweiz vor einigen Jahren Schlagzeilen. Auch in Deutschland berichtete unter anderem die “Süddeutschen Zeitung“ über die junge Physikerin, als “ Fast-Astronautin der NASA“. Burtscher tingelte vor einigen Jahren in der Schweiz von Medienauftritt zu Medienauftritt. In der Presse wurde sie bereits zur zukünftigen Schweizer Astronautin hochgejubelt.

Nun fand der Fall einen vorläufigen Abschluss. Im Jahr 2010 berichtete der Journalist Thiriet in einem verfassten Artikel mit dem Titel “Die eingebildete Astronautin“ negativ über die junge Frau. Burtscher klagte daraufhin wegen Ehrverletzung. Im Oktober 2012 wurde der Journalist durch das Bezirksgericht Zürich wegen übler Nachrede verurteilt.

Gericht: Burtscher hat Öffentlichkeit nicht systematisch belogen

Der Journalist legte daraufhin Berufung ein. Das Berufungsgericht hat nun jedoch das Urteil der Vorinstanz bestätigt. Der Journalist hat in seinem Artikel unter anderem den Begriff “ Hochstaplerin“ verwendet. Demnach begründete das Gericht sein Urteil damit, dass die Klägerin die Öffentlichkeit entgegen der Behauptung des Journalisten nicht systematisch belogen habe.

Die Presse schrieb mehrfach, dass Burtscher bereits so etwas wie eine NASA-Astronautin sei. Unter anderem wurde der jungen Physikerin bestimmte Funktionen in NASA-Einrichtungen unterstellt. Die junge Frau arbeitet derzeit als Physiklehrerin an einer Kantonsschule in der Schweiz. Unter anderem wurde behauptet, dass Burtscher an verschiedenen NASA-Trainingseinheiten teilgenommen habe.

Presse schrieb Burtscher hoch und ließ sie nach Belieben fallen

Diese stellten sich jedoch im Nachhinein als Veranstaltungen dar wie sie nahezu jeder Privatmann bei der NASA im Rahmen eines Event-Reisetourismus erleben kann. Auch wurde in der Presse davon geschrieben, dass Burtscher bei der NASA in Huntsville gearbeitet habe. Unter anderem habe sie auch als Instruktorin auf dem NASA-Gelände Kurse gegeben. All diese Dinge wurden von Thiriet kritisch hinterfragt.

Letztlich stellte sich dabei heraus, dass die junge Frau offenbar hinsichtlich ihrer zumindest in der Presse dargestellten Funktion bei der NASA so nicht als Astronauten-Anwärterin zu bezeichnen sei. Allerdings darf in diesem Fall nicht vergessen werden, dass es letztlich die Presse war, die Burtscher zur zukünftigen Schweizer Astronautin hoch geschrieben hat.

Traum Astronautin zu werden kann Realität werden: Qualifikation vorhanden

Das die junge Frau diesen Eindruck durch ihr Verhalten nicht relativiert hat, darf sicherlich mit persönlicher Eitelkeit zu bezeichnen sein, belogen hat Burtscher indes aber offenbar zu keiner Zeit. Letztlich scheint auch die Schweizer Presse das Spiel des Hochjubelns einer Person zu lieben, um sich dann fallen zu lassen, wenn es abermals der Quote dient. Dass dabei letztlich Barbara Burtscher lediglich Ihren persönlichen Traum leben wollte und sich möglicherweise dabei der öffentlichen Aufmerksamkeit bedient hat, um ihre Ansprüche an Ihren Traum zu verstärken, dürfte nachvollziehbar sein.

Letztlich stellt das nun vorliegende Gerichtsurteil gegen den Journalisten die logische Konsequenz einer beispiellosen Hetzjagd gegen eine Frau dar, die lediglich einen Traum hat, wie sie viele junge Mädchen und Jungen haben, nämlich Astronaut beziehungsweise Astronautin zu werden. Dies gilt umso mehr als dass Burtscher die formelle Voraussetzung, nämliche einen Bachelor Abschluss in einer Naturwissenschaft besitzt. Der Traum kann also tatsächlich bei ihr Realität werden. Allein dies unterscheidet Burtscher von einer Hochstaplerin.



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