Wissenschaft

Der Start der Atlantis- Bye, bye, Space Shuttle Programm

Um exakt 11:29 Uhr Ortszeit (17:29 deutscher Zeit) startete die Raumfähre Atlantis das letzte Mal vom Kennedy Space Center in Cape Canaveral, damit beendet die US-Raumfahrtagentur NASA ihr prestigeträchtiges und finanzintensives Space Shuttle Programm. Die aktuelle 12-tägige Mission wird 3,5 Tonnen Material an die Raumstation ISS liefern. Anschließend werden die Raumfähren Atlantis, Discovery und Endeavour Museen übergeben. Die erste Raumfähre Columbia startete ihren Jungfernflug am 12. April 1981, damit weist das Space Shuttle Programm eine Lebensdauer von 30 Jahren auf. Ob das Nachfolgemodell Multi-Purpose Crew Vehicle (MPCV), oder auch offiziell Orion genannt, wie geplant 2016 starten wird, bleibt angesichts der Sparmaßnahmen in den USA ungewiss. Fest steht nur, dass bis zur Erstellung einer eigenen Raumfähre die NASA die Einwegraketen der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos benutzen wird.

Nicht immer war die Geschichte der Space Shuttles erfolgreich, unter den rund 130 Missionen sind die Unfälle der Challenger (28. Januar 1986, sieben Besatzungsmitglieder starben kurz nach dem Start) und der Columbia (1. Febraur 2003, wiederum sieben Besatzungsmitglieder) zu nennen. Von der NASA in den 70ern entwickelt, um Kosten einzusparen, hat das Space Shuttle Prinzip immense Kosten verursacht. So kostete der Start einer Raumfähre 500 Millionen Dollar (zuletzt gar eine Milliarde Dollar!), im Vergleich dazu kostet der Start einer konventionellen Einwegrakete ca. 100 Millionen Dollar. Geplant waren am Anfang Kosten pro Start in Höhe von ca. zehn Millionen Dollar.

Am Sonntag wird nun die Atlantis an der ISS andocken. Die vier Besatzungsmitglieder werden eine Woche auf der Station verbleiben. An Bord sind auch experimentelle Robotertechniken, die das Wiederbetanken von Satelliten im Weltall erproben sollen. Bislang wird die Lebensdauer von Orbitern durch den Tankinhalt begrenzt, wiederauftankbare Satelliten würden immens länger im Weltall bleiben können (und damit deutlich die Kosten senken).

Die Mitarbeiter am Kennedy Space Center müssen nun um ihre Jobs bangen, zumal die NASA laut darüber nachdenkt, den Flug zur ISS in private Hände zu übergeben. Mehrere Firmen, wie BOEING und die Sierra Nevada Corporation, haben schon ihre Entwürfe präsentiert. Darüber hinaus dürfen diese dann das Kennedy Space Center mitbenutzen. Doch kommende Missionen, wie z.B. der bemannte Flug zum Mars, könnten in Zukunft ungeahnte Ressourcen bewegen, denkbar wäre auch eine Bündelung der Kapazitäten der nationalen Raumfahrtagenture (wie im Fall der ISS). Das Space Shuttle Programm ist nun Teil der menschlichen Geschichte, obschon ein nationales Projekt der USA.



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