Politik

Wulff: Rücktritt immer wahrscheinlicher

Aussitzen kann diese Affäre selbst der Bundespräsident Christian Wulff nicht mehr. Ein Rücktritt wird nicht nur wahrscheinlicher, sondern mittlerweile auch aus Reihen der CDU gefordert, hier berichtete AsentaNews bereits über einen möglichen Rücktritt Wulff´s. Um den Bundespräsidenten Christian Wulff wird es immer einsamer, nach seinem vermeintlichen Skandal um Kredite von einem befreundeten Geschäftsmann wiegt nun die Tatsache schwer, dass Wulff einen vermeintlichen Angriff auf die Pressefreiheit ausführte, indem er Drohanrufe an die Redaktion der Bild und Welt am Sonntag tätigte. Erstmals fordert eine Bundestagsfraktion, die der Linken, seinen Rücktritt, auch innerhalb der Regierungskoalition mehren sich kritische Stimmen. Bundeskanzlerin Merkel hält sich auffallend zurück, obschon Wulff ihr Kandidat war. Der unglückliche Wulff macht scheinbar alles falsch, was man falsch machen kann.

Drohanrufe bei der Presse bringen Wulff in Bedrängnis

Auch wenn das Präsidialamt am Liebsten zur Tagesordnung übergehen will, bislang hat sich Wulff nicht erklären können. Genau dieses Verhalten stößt auf die Kritik vieler Politiker, auch innerhalb der CDU/CSU mehren sich kritische Stimmen. Was anfangs nach einer Medienkampagne von Bild und co aussah, erscheint nach Bekanntwerden der Drohanrufe bei der Redaktion in einem anderen Licht. Zwar scheint die Behauptung, Wulff würde einen Angriff auf die Pressefreiheit ausführen, überzogen, doch ein Bundespräsident muss sich staatsmännisch geben, was bislang im Zuge der Aufdeckungen schlicht nicht erkennbar war.

Ob der Drohanruf von Wulff bei der Redaktion von Bild klug war, sei dahin gestellt, einen Angriff auf die Pressefreiheit bedeutet dies nicht, hat aber bei einem Bundespräsidenten einen sehr faden Beigeschmack. Deswegen nimmt es nicht Wunder, dass der Springer Verlag eine Anzeige wegen Nötigung erstattet hat, bei einem Bundespräsidenten ist dies ein No-Go. Nun soll Wulff am Mittwoch seinen Amtssitz im Schl0ß Bellevue wieder einnehmen, ob er eine Erklärung abgeben wird, ist ungewiss.

Christian Wulff: Rücktritt wohl eine Frage der Zeit

Mit seinem Verhalten, und nur mit seinem Verhalten, hat Christian Wulff dem Amt des Bundespräsidenten Schaden zugefügt. Einst löste sein Vergleich des Pogroms auf Manager im Zuge der Finanzkrise Empörung aus (damals noch als Ministerpräsident von Niedersachsen), eine so genannte Flugticketaffäre im selben Jahr bescherte ihm auch keine gute Publicity. Doch der größte Fehler besteht darin, dass Wulff keinen reinen Tisch machen will. So gesehen ist Wulff als Bundespräsident nicht mehr haltbar, ein Bundespräsident als Staatsoberhaupt, der nicht zu seinen Fehlern stehen kann und schweigt, ist wenig repräsentativ. Somit sollte der Rücktritt des Bundespräsidenten Wulff aller Wahrscheinlichkeit lediglich eine Frage der Zeit sein.



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