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Deutsche Annington will erneuten Börsenanlauf nehmen

Nachdem Anfang Juni die Deutsche Annington mit ihrem Börsengang gescheitert war, will das Unternehmen nun einen erneuten Vorstoß versuchen. Die Wohnungsbaugesellschaft Deutsche Annington plant einen erneuten Versuch das Unternehmen an die Börse zu bringen. In der vergangenen Woche scheiterte der Börsengang, weil die Nachfrage nach Aktien zu gering war.

Nun soll der geplante Börsengang lediglich 592,4 Millionen Euro in die Unternehmenskassen spülen. Dies teilte das Unternehmen jetzt gegenüber der Presse mit. Gegenüber den ursprünglichen Zielen ist dies nur etwa die Hälfte des ursprünglich geplanten Betrages. Nach dem Börsengang will das Unternehmen bis zu 15,5 Prozent der Aktien als Streuaktien an der Börse handeln. Die Deutsche Annington will nun im Rahmen eines so genannten beschleunigten Verfahrens 35 Millionen Aktien bis Mittwoch an institutionelle Anleger veräußern.

Diese sollen zum Ausgabepreis von 16,50 Euro bis zu 17 Euro je Stück dargeboten werden. Der Eigentümer Terra Firma hatte zunächst auf ein Ausgabepreis von 18 bis 21 Euro pro Aktie bestanden. Weil sich jedoch nicht genug Interessenten für die Aktien gefunden hatten, wurde der Wunsch nun der offensichtlichen Realität angepasst. Rund 24 Millionen Aktien entspringen dabei einer Kapitalerhöhung. Dem Unternehmen Deutsche Annington sollen durch den Börsengang 400 Millionen Euro an zusätzlichem Kapital zufließen. Ziel ist es, einer Refinanzierung auf den Kapitalmärkten zu stemmen. Die übrigen Aktien wollen die Eigentümer Terra Firma und CPI Capital Partners Europe veräußern und als Gewinn einstreichen.

 Erster Börsengang am 3. Juli gescheitert

Am kommenden Donnerstag soll die Aktie der Deutschen Annington zum ersten Mal an der Börse gehandelt werden. Am 3. Juli sollte der Börsengang ursprünglich bereits vollzogen werden. Kurz zuvor sagte das Unternehmen diesen jedoch ab. Der Schritt wurde damals mit der so wörtlich “anhaltend ungünstigen Marktentwicklung“ begründet. Bei dieser Begründung stellt sich die Frage, ob sich die “anhaltend ungünstige Marktentwicklung“ innerhalb weniger Tage plötzlich verflüchtigt hat? Das Unternehmen hoffte offenbar auf einen Aktienerlös in Höhe von bis zu 1,2 Milliarden Euro.

Deutsche Annington nach einem Zeitungsbericht aus dem Jahr 2012 mit vier Milliarden Euro verschuldet

Das nun die Hälfte des Betrages bereits ausreicht, um den Börsengang zu realisieren, zeugt entweder von dem Druck der Eigentümer Kasse machen zu können, oder aber von der finanziellen Problematik des Unternehmens. Anders lässt sich nicht erklären, warum das Unternehmen bereits mit nahezu der Hälfte des erhofften Betrages einverstanden ist. Das Unternehmen steckt mit rund vier Milliarden Euro in der Kreide. Rund 100 Finanzinvestoren schuldet das Unternehmen Geld. Die Deutsche Annington muss den Betrag innerhalb von fünf Jahren zurückzahlen. Die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ schrieb bereits in einem Artikel am 10. Juli vergangenen Jahres über die finanzielle Schieflage des Unternehmens. Die Deutsche Annington besitzt einen Großteil  seiner Mietwohnungen in Nordrhein-Westfalen.



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