Wirtschaft

Deutsche Bank mit dramatischem Gewinneinbruch

Die Deutsche Bank muss einen dramatischen Gewinnverlust verzeichnen. Die aktuelle Quartalsbilanz der Deutschen Bank hat nicht nur bei Anlegern für Ernüchterung gesorgt. Die Aktie rutschte zeitweise um rund 3,3 Prozent im Wert ab. Mittlerweile muss die Deutsche Bank rund vier Milliarden Euro für gerichtliche Auseinandersetzungen an die Seite legen. Dadurch reduzierte sich der Gewinn nahezu um über 90 Prozent. Auch das ursprüngliche Kerngeschäft, das Investmentbanking, kann derzeit nicht überzeugen.

Die Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen deuteten bereits an, dass auch in den kommenden Quartalen hohe Belastungen auf die Bank zukommen würden. Als Grund werden verschiedene Klagen und Ermittlungen genannt. Insbesondere geht es dabei um Manipulationen von Zinsen. Der Gewinn reduzierte sich damit auf nur noch 51 Millionen Euro. Trotz der nüchternen Zahlen stellte die Deutsche Bank eine Dividende in Höhe von 0,75 Euro je Aktie in Aussicht. Vorstandschef Jain bat die Anleger derweil um Geduld.

Deutsche Bank: Tausende Mitarbeiter müssen gehen

Die beiden Vorstandschefs bauen seit dem Sommer vergangenen Jahres die Deutsche Bank nahezu komplett um. Ziel der Vorstandschefs ist es, dass Geldhaus zu einem der bedeutendsten weltweit zu machen. Dabei machen Jain und Fitschen auch nicht vor dem eigenem Personal halt. Mehrere tausender Arbeitsplätze bei der Deutschen Bank fallen weg. Bis zum Jahr 2015 soll der Umbau nahezu abgeschlossen sein. Der Umbau des Geldhauses könnte jedoch durch die zahlreichen anhängigen Rechtsstreitigkeiten ins Stocken geraten.

Breite Palette an Vorwürfen belasten das Geldhaus

Zu den Vorwürfen gehören unter anderem Zinsmanipulationen, Bilanztricksereien und zweifelhafte Hypothekengeschäfte in den USA. Allein im dritten Quartal musste die Deutsche Bank 1,2 Milliarden Euro für Rechtsstreitigkeiten an die Seite legen. Auch die Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der Zinsmanipulation könnten Strafen in Milliardenhöhe zur Folge haben. Daneben macht insbesondere auch das Investmentbanking der Deutschen Bank zu schaffen. Galt das Investmentbanking doch einst als Kerngeschäft des Frankfurter Geldhauses. Noch vor einem Jahr verbuchte der Bereich des Investmentbanking einen Vorsteuergewinn in Höhe von 1,1 Milliarden Euro. Nun beträgt dieser lediglich 345 Millionen Euro.

Vertrag von Fitschen bis 2017 verlängert

Im Handel mit festverzinslichen Produkten sanken die Gewinne im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar um 48 Prozent. Trotz der schlechten Aussichten verlängerte am Dienstag der Aufsichtsrat der Deutschen Bank den Vertrag von Fitschen um weitere zwei Jahre bis zum März 2017. Dann wird Fitschen 68 Jahre alt und dürfte danach in den Ruhestand gehen. Jain besitzt bereits einen Vertrag bis zum Jahr 2017. Nach dem Ausscheiden von Fitschen dürfte Jain dann der alleinige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank werden. Wie der Chef des Aufsichtsrates, Paul Achleitner mitteilte, hätten sowohl Jain als auch Fitschen den Aufsichtsrat um Verlängerung des Vertrages von Fitschen gebeten. Der Aufsichtsrat indes sieht die Deutsche Bank bei beiden Vorstandschefs “in guten Händen.“



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