Konjunktur

Deutsche Exporte sinken so stark wie seit 2009 nicht mehr

Deutschland galt innerhalb Europas als eine Art Bollwerk gegen die Wirtschaftskrise. Nun aber scheint die Euro-Krise auch in Deutschland angekommen zu sein. Die deutsche Exportwirtschaft sank im Mai so stark wie seit Ende des Jahres 2009 nicht mehr. So brachen allein die Ausfuhren in Länder der europäischen Währungsunion um 9,6 Prozent ein.

Deutsche Unternehmen exportierten demnach Warengüter in einem Wert von 88,2 Milliarden Euro. Gegenüber dem April sanken die Ausführungen hinsichtlich des Wertes jedoch um 2,4 Prozent. Dies teilte das Statistische Bundesamt jetzt mit. Verglichen mit Mai 2012 gingen die Ausfuhren sogar um 4,8 Prozent zurück. Die Ausfuhren in die Euro-Zonen-Länder reduzierten sich sogar um 9,6 Prozent. Der Rückgang von 9,6 Prozent stellt das größte Minus seit Dezember 2009 da. Experten erwarteten ein weitaus geringeres Minus. Noch im April stiegen die Exporte um 1,4 Prozent. Vergleicht man die ersten fünf Monate des Jahres 2013, so lagen die Ausfuhren gegenüber dem Vergleichszeitraum 2012 lediglich um 0,3 Prozent darunter.

Handelsverband BGA hält positive Prognose weiterhin aufrecht

Das Bundeswirtschaftsministerium teilt derweil mit, dass die Produktion des verarbeitenden Gewerbes im Mai gegenüber dem April ebenfalls zurückging. Hier betrug der Wert ein Prozentpunkt. Dies stellt den ersten Rückgang seit Januar dieses Jahres dar. Auffällig ist dabei, dass das Minus damit doppelt so groß ausfiel, wie von Experten erwartet.

Im April stieg die Produktion des verarbeitenden Gewerbes immerhin noch um 0,9 Prozent an. Ökonomen gehen angesichts der sich zuspitzenden Wirtschaftskrise in den Euro-Ländern sowie angesichts der auch in China schwieriger werdenden Situation auch in den nachfolgenden Monaten von einer schwierigen Situation aus.

Dies macht sich allein dadurch bemerkbar, dass die besonders von Exporten abhängige Industrie im Mai weniger Aufträge aus dem Ausland erhielt als zuvor. Das Minus betrug hier 0,7 Prozentpunkte. Bezogen auf die Euro-Zone lag das Minus sogar bei 3,9 Prozent. Der Handelsverband BGA geht indes davon aus, dass das angepeilte Ziel von 3 Prozent Wachstum noch möglich ist.

 Importe nahmen zu

Während die Exporte zurückgingen, nahmen die Importe im Vergleich zum Monat April um insgesamt 1,7 Prozent zu. Die Importe hatten demnach einen Wert, von 75,2 Milliarden Euro. Verglichen mit Mai 2012 war dies jedoch auch ein Rückgang um immerhin 2,6 Prozentpunkte.

Die Importe aus Ländern der Euro-Zone verringerten sich gegenüber dem Vergleichszeitraum um 0,5 Prozent. Trotz der verschlechterten konjunkturellen Situation betrug die Differenz zwischen den Ein-und Ausfuhren einen Überschuss von 14,1 Milliarden Euro. Insbesondere die sich zuspitzenden Situation in China könnte auf die gesamte Weltkonjunktur drücken. Insofern bleibt abzuwarten, wie sich die Gesamtsituation in den nächsten Monaten verhält.



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