Unternehmen

Deutsche Wirtschaft fordert Wiedereinführung von Kopfnoten

Die Deutsche Wirtschaft sieht immer weniger auf Schulnoten, aber immer mehr auf die Sozialkompetenz ihrer Bewerber. Einer neuen Umfrage zufolge wünscht sich die deutsche Wirtschaft die Wiedereinführung von Kopfnoten.

Darin sollten nicht ausschließlich die schulischen Leistungen sondern auch Informationen wie das Betragen und die allgemeine Sozialkompetenz aufgeführt werden. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) stellte seine jüngste Umfrage „Ausbildung 2012“ vor.

Unternehmen: Mangelnde berufliche Eignung der Bewerber beklagt

Darin wurde nicht nur nach der aktuellen Ausbildungssituation gefragt, sondern auch nach der Bereitschaft der Unternehmen lernschwache Jugendliche einzustellen. Hierbei ging es besonders um die Bedingungen einer solchen Einstellung in den Betrieb. Insbesondere drei viertel der Befragten Betriebe beklagten die mangelnde berufliche Eignung der Schulabgänger.

Demnach sei die Mehrheit der Auszubildenden nicht ausreichend für die Ausbildung qualifiziert. Aus diesem Grunde geht nahezu jedes zweite Unternehmen dazu über eigenhändig Nachhilfe für seine Auszubildenden anzubieten. Nahezu jedes dritte Unternehmen beansprucht demnach die Hilfe der Agentur für Arbeit und jedes zehnte Unternehmen stellt sogar eigene Mentoren für seine Auszubildende zur Verfügung.

DIHK-Studie: 70 Prozent der Unternehmen sind bereit lernschwache Bewerber einzustellen

Die Autoren der DIHK-Studie folgern aus den gewonnenen Daten, dass etwa 70 Prozent der befragten Betriebe dazu bereit seien, lernschwache Bewerber einzustellen. Demnach sagten auch 39 Prozent der Betriebe, dass ihnen die sozialen Eigenschaften der Bewerber wichtiger seien als die Schulnoten.

Mangelnde Sozialkompetenz der Bewerber kritisiert

Allerdings bemängelte auch nahezu jedes zweite der befragten Unternehmen die Sozialkompetenz der Bewerber. Diese seien disziplinlos und besäßen nur eine unzureichende Leistungsbereitschaft.

Zudem wird eine mangelnde Belastbarkeit kritisiert. DIHK-Verbandspräsident Hans-Heinrich Driftmann fordert denn auch die Wiedereinführung der sogenannten Kopfnoten aus den frühen 1970’er Jahren als Konsequenz aus den gewonnenen Umfrageergebnissen.

Als Zeichen der mangelnden Eignung vieler Bewerber wird auch die vorzeitige Auflösung von Auszubildendenverträgen gewertet. So schließt nahezu jeder fünfte die begonnene Ausbildung nicht ab. Als Motivationsschub kann jedoch die Erkenntnis für die Auszubildenden herhalten, dass rund 60 Prozent der befragten Betriebe grundsätzlich dazu bereit wären, die Auszubildenden zu übernehmen.



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