Gesundheit

Deutscher Herzbericht 2013: Häufigste Todesursache Herz

Laut dem Deutschen Herzbericht 2013 sind Herzerkrankungen die häufigste Todesursache.

Dem Bericht zufolge sind davon besonders die Menschen in Ostdeutschland betroffen.

Risiko in Ostdeutschland höher als im Westen

Das Risiko an einer Herzerkrankung zu sterben, ist in ostdeutschen Bundesländern höher als im Westen. Der Deutsche Herzbericht weist darauf hin, dass Berlin hierbei eine Ausnahme sei.

Die meisten Menschen starben im Jahr 2011 in Sachsen-Anhalt aufgrund von Herzinfarkt. Pro 100.000 Einwohner gab es 104 Todesfälle durch Herzinfarkt. In Bremen starben 35 Menschen.

Das in bestimmten Regionen mehr Menschen an Herzerkrankungen sterben, liegt daran, dass in diesen Gebieten nur wenige Kardiologen eine Praxis besitzen. Ein weiterer Grund seien Wissenslücken und ein schlechteres Gesundheitsbewusstsein, meinen Ärzte.

Immer weniger Menschen sterben an Herzerkrankungen

Zwar sind Herzkrankheiten eine der häufigsten Todesursachen, aber es sterben mittlerweile weniger Menschen an einem Herzinfarkt als noch vor 30 Jahren.

Aus dem Deutschen Herzbericht 2013 geht hervor, dass im Jahr 2011 bundesweit 52.000 Menschen einem Herzinfarkt erlegen sind. 1980 starben 92.800 Patienten daran.

Erwachsene treiben zu wenig Sport

Das immer weniger Menschen an einer Herzkrankheit sterben, liegt laut Professor Thomas Meinertz, dem Vorsitzenden der Herzstiftung, daran, dass bei der Diagnostik, Therapie und Vorbeugung Verbesserungen vorgenommen wurden.

Ein weiterer Grund sei eine gesündere Lebensweise. Dennoch treiben etwa 30 Prozent aller Erwachsenen zu wenig Sport.

Bei Herzproblemen würden viele Menschen zu lange damit warten, ehe sie einen Notarzt riefen, hieß es weiter. In ländlichen Regionen mit langen Wegstrecken, würde dies häufig tödlich enden.

Anzahl von Herzpatienten in Ostdeutschland höher

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern im Westen und Osten Deutschland ließen sich damit aber kaum erklären.

Die Sterberate sei auch bei koronaren Herzkrankheiten, Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche und Herzklappenerkrankungen in Ostdeutschland deutlich höher. Laut dem Herzbericht 2013 sterben pro 100.000 Einwohnern in Sachsen-Anhalt 372 Menschen an einer Herzkrankheit, in Thüringen 352, in Berlin 185, in Hamburg 213 und in Baden-Württemberg 219 Menschen.

Herzstiftung fordert bessere Versorgung

Die Herzstiftung fordert in strukturschwachen Regionen eine bessere Versorgung. Diese könne zum Beispiel durch Herznotfallambulanzen und Kardiologen sichergestellt werden.

In Mecklenburg-Vorpommern gebe es nur einen Herzspezialisten für etwa 37.000 Einwohner. In Bremen hingegen ist die Versorgung besser, da es pro 19.500 Menschen einen Kardiologen gebe, heißt es.

Zu wenig Spenderorgane

Die Ärzte beklagen, dass es zu wenig Spenderorgane gibt. 2012 wurden in Deutschland nur 346 Herzverpflanzungen vorgenommen. Dies sei so wenig wie seit 1995 nicht mehr.

Professor Anno Diegeler von der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, erklärte besorgt, dass derzeit 900 Patienten auf der Warteliste stehen. Dies sei eine Katastrophe, da es für viele Menschen den Tod bedeute.

Herzklappen können schonend eingesetzt werden

Es gebe aber auch positive Nachrichten. Vielen älteren Patienten können heute Herzklappen schonend per Schlüsselloch-Chirurgie und Katheter eingesetzt werden.

2012 gab es über 9000 Operationen per Schlüsselloch-Chirurgie. Etwa 11.700 Patienten mussten auf die konventionelle Art operiert werden. Die Überlebensrate beträgt mittlerweile 97 Prozent.

Babys und Kinder, die an einem angeborenen Herzfehler leiden, können heute ebenfalls schonender behandelt werden als in den 1990er Jahren. Zwischen 85 und 90 Prozent aller operierten Kinder erreichen, laut dem Herzbericht, heutzutage das Erwachsenenalter. Dem Bericht zufolge gebe es 70 Prozent weniger Todesfälle bei den Babys als vor 20 Jahren.



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