Gesundheit

Deutsches Gesundheitswesen: das Geld ist es nicht wert

Kassen und Patienten geben in Deutschland viel Geld aus, wenn es um die Gesundheit geht.

Jedoch wurde nun festgestellt, dass es dieses Geld nicht wert ist, da zahlreiche Ärzte und Kliniken dennoch nur mittelmäßige Leistungen vollbringen.

Deutschland liegt im Vergleich zu anderen Ländern im unteren Mittelfeld, wenn es um das Gesundheitswesen geht. Vor allem die Genesung von kranken Patienten bleibt dabei auf der Strecke. Ein Wert, der vor allem im Gesundheitswesen selber zu denken geben sollte.

Deutschland bei den Gesundheitsausgaben weit vorne

Wenn es um das Geldausgeben im Gesundheitswesen geht, liegt Deutschland sehr weit vorne. Lediglich in Frankreich und den Niederlanden sind die Ausgaben im Gesundheitssektor höher. Im internationalen Vergleich gesehen ist das deutsche Gesundheitswesen also durchaus teuer.

Dieses monetäre Engagement im deutschen Gesundheitswesen sollte eine excellente medizinische Versorgung der Bevölkerung ermöglichen. Doch eine Studie der Unternehmensberatung KPMG zeigt das Gegenteil.

Die KPMG klopft das Gesundheitswesen ab

Die Studie der KMPG zeigt, dass die Ausgaben und die Ergebnisse im deutschen Gesundheitswesen in keinem gesunden Verhältnis stehen. Die Unternehmensberatung KPMG hat 24 europäische Gesundheitssysteme auf ihre Effizienz hin geprüft hat. Dabei schneidet die medizinische Betreuung in Deutschland, auch im Vergleich, relativ schlecht ab.

Trotz überdurchschnittlich hoher Ausgaben wurde die Patientenversorgung in Deutschland weit unter Durchschnitt bewertet. Die Ärzte und auch Kliniken leisten laut der Studie lediglich mittelmäßige Leistungen.

Das deutsche Gesundheitssystem muss effizienter werden

Das Statement ist klar: das deutsche Gesundheitssystem muss effizienter werden. Dies bestätigt unter anderem der Leiter des Gesundheitsbereiches der KPMG, Herr Volker Penter. Die vorhandenen Mittel müssen wirkungsvoller eingesetzt werden, so dass auch eine gewisse Versorgungsqualität gewährleistet werden kann. Dann können die Mehrausgaben gerechtfertigt werden.

Teures Gesundheitssystem ist seinen Preis nicht wert

Da sich Deutschland im Vergleich lediglich im unteren Mittelfeld bewegt, kann davon ausgegangen werden, dass das durchaus teure Gesundheitssystem seinen Preis nicht wert ist. Die Qualität der Versorgung rechtfertigt keinesfalls die Kosten, denn trotz teurer Behandlungen liefert das deutsche Gesundheitssystem nur mittelmäßige Ergebnisse.

Dabei ist es kein leichtes Unterfangen, die Qualität der Gesundheitsversorgung zu bestimmen. So wurden im Rahmen der KPMG Studie unter anderem auch vorhandene Daten der OECD, also der Pariser Denkfabrik Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, genutzt.

In der Studie wurde in erster Linie verglichen, wie häufig die Menschen krank werden, wie bewusst sie hinsichtlich der Gesundheit leben und vor allem, wie erfolgreich die klinischen Aufenthalte sind. In allen drei Bereichen konnte Deutschland nicht überzeugen. Die hohen Ausgaben im Gesundheitsbereich erzielen demnach nicht die gewünschte Wirkung.

Überlebenschancen nach Herzinfarkt als gering eingestuft

Vor allem schneidet Deutschland dann schlecht ab, wenn es um die Überlebenschancen nach einem Herzinfarkt geht. Hier starben die Patienten weitaus häufiger, als beispielsweise in anderen Ländern wie Schweden oder Norwegen.

Dabei kann das „schlechte“ Gesundheitssystem nicht am Angebot scheitern, denn dieses ist in Deutschland besonders üppig aufgestellt. So gelten deutsche Chirurgen weltweit als Meister ihres Fachs und genießen hohes Ansehen.

Ein entscheidender Grund für die überdurchschnittlich hohen Ausgaben könnten die Medikamentenpreise in Deutschland sein. In kaum einem anderen Land kann die Pharmaindustrie so hohe Preise für Arzneimittel erzielen. Dabei rückt die Zulassung von teuren Medikamenten ohne nennenswerte zusätzliche Wirkung in den Focus der Kritik.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.