Wissenschaft

Die Rechnung für Fukushima: Tepco muss 38,4 Milliarden Euro Entschädigung zahlen

Eine Untersuchungskommission der japanischen Regierung kommt zum Ergebnis, dass Betreiber Tepco über vier Billionen Yen, also umgerechnet ca. 38,4 Milliarden Euro, als Entschädigungszahlungen für das havarierte AKW Fukushima Daiichi entrichten muss, berichtet die japanische Zeitung JapanTimes. Die Berechnung richtet sich an die Vorgaben der Regierung aus, doch schnell könnte diese Summe noch weiter ansteigen. So ist unter Anderem bislang nicht geklärt, ob auch Menschen, die freiwillig die Gegend um das AKW Fukushima verlassen haben, entschädigt werden.

Die wirklichen Kosten der Schäden durch den Super-Gau vom 11. März können betriebswirtschaftlich gar nicht erfasst werden, wie soll man eine radioaktive Verstrahlung, die mindestens 30 Jahre anhalten wird (Halbwertszeit Cäsium Isotop 137) oder gar Jahrtausende (Plutonium 239, wie in den MOX-Brennstäben mit einer Halbwertszeit von 24.000 Jahren) betriebswirtschaftlich berechnen? Bei der aktuellen Angabe der unabhängigen Kommission geht es um eine konkrete Summe, die Tepco als Entschädigung aufbringen muss.

Noch nicht mit einberechnet wurden umfassende Dekontaminationsvorgänge, hier wird noch gestritten, ob der japanische Steuerzahler für die Kosten aufkommt, oder aber Tepco einen Anteil mittragen muss. Doch jetzt schon muss Tepco um Beihilfen des japanischen Staates anfragen, da man die errechnete Summe so einfach nicht aufbringen kann. Deswegen bilden die nun veröffentlichten Zahlen eine Art Grundlage für weitergehende Gespräche, in der Vergangenheit hatte die japanische Regierung durchblicken lassen, Tepco nicht verstaatlichen zu wollen, gleichzeitig soll das Unternehmen lebensfähig bleiben.

Demnach könnte Tepco die Summe aus eigener Kraft doch noch stemmen, wenn sie im nächsten Jahr die vorerst stillgelegten AKW´s wieder ans Netz führen dürften, ohne dass die Strompreise steigen. Diese würden nur dann steigen, wenn die AKW´s später ans Netz gehen wie bislang geplant. Doch noch werden die Kernkraftwerke überprüft. Nach ersten Einschätzungen müssten zudem 29 Millionen Kubikmeter (!) verstrahlte Erdmassen abgetragen werden, noch immer tauchen kontaminierte Nahrungsmittel auf, inzwischen wurden Chargen von Reis und Alkohol mit radioaktiver Verstrahlung entdeckt.



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