Gesundheit

E-Zigarette vs Nikotinpflaster

Einer neuen Studie zufolge kann die E-Zigarette helfen, mit dem Rauchen aufzuhören. Im Fachmagazin “The Lancet“ stellten die Wissenschaftler die Studie und ihre Ergebnisse vor.

Demnach sollen Raucher mithilfe der elektronischen Zigaretten ähnliche Erfolge bei der Raucherentwöhnung erzielen, wie mit dem Nikotinpflaster.

Nach sechs Monaten waren von den Nutzern der E-Zigarette allerdings nur noch 7,3 Prozent ohne einen Rückfall.

Bei den Nikotinpflaster-Benutzern waren es 5,8 Prozent. Bei einer Kontrollgruppe, die lediglich ein Placebo in Form einer E-Zigarette enthielt (Scheinpräparat ohne Nikotin) ergab der Wert 4,1 Prozent. Die Wissenschaftler kommen jedoch zu dem Ergebnis, dass weder das Nikotinpflaster, noch die E-Zigarette einen herausragenden Erfolg bei der Raucherentwöhnung erzielen.

Selbst rückfällig gewordene E-Zigaretten-Nutzer rauchten nach sechs Monaten weniger Tabak

Dies liegt aber offenbar weder an der elektronischen Zigarette selbst, noch an dem Nikotinpflaster, sondern an dem fehlenden Willen der Nutzer. Insgesamt untersuchten die Wissenschaftler 657 Studienteilnehmer. Diese wurden per Zufallsprinzip in drei Gruppen eingeteilt und anschließend über einen Zeitraum von zwölf Wochen wissenschaftlich begleitet.

Die Probanden hatten zuvor mindestens zehn Jahre lang täglich zehn Zigaretten konsumiert. Bei allen Studienteilnehmern war der Wille vorhanden, mit dem Rauchen aufzuhören. Während des Zeitraums der Studie benutzten die E-Zigaretten-Nutzer Nikotinkartuschen mit 16 Milligramm Nikotin. Die Gruppe mit dem Nikotinpflaster erhielt 21 Milligramm Nikotin pro Pflaster verabreicht. Zudem konnten die Teilnehmer sich im Bedarfsfall per Telefon an die Wissenschaftler wenden.

Die Studie zeigte, dass rund ein Drittel der E-Zigaretten-Nutzer die elektronische Zigarette auch noch nach sechs Monaten weiter benutzten. Selbst diejenigen, die nicht von der herkömmlichen Zigarette los kam, rauchten aber weniger Tabakzigaretten.

Wissenschaftler warnen vor Verharmlosung der elektronischen Zigarette

Die Wissenschaftler warnen in diesem Zusammenhang jedoch davor, die elektronische Zigarette als unbedingt harmlos abzutun. Immer noch ist zu wenig über die Langzeitfolgen des “Dampfens“ der E-Zigarette bekannt. Teilweise wurden in den Aerosolen Schwermetalle wie Nickel Blei oder Chrome gefunden und zudem Formaldehyd.

Auch ist weiterhin fraglich, ob die elektronische Zigarette für Dritte eine Gesundheitsgefährdung darstellt. Befürworter der elektronischen Zigarette argumentieren hingegen damit, dass diese sauberer sei als eine herkömmliche Tabakzigarette. Derweil empfiehlt die EU-Kommission die elektronischen Zigaretten zukünftig wie Medikamente zu behandeln.

Beeinflusst die Tabakindustrie wissenschaftliche Studien?

Letztlich dürfte jedoch die Tabakindustrie bei manch einer Studie gegen die elektronische Zigarette beteiligt sein, so dass die Ergebnisse der Studien nicht unbedingt als objektiv zu bewerten sind. Allerdings gibt es auch neutral zu bewerten Studien, die eine deutliche Gefährdung der elektronischen Zigarette nahelegen. Die unabhängige Wissenschaft bleibt deshalb aufgefordert, die Wirkungsweise der elektronischen Zigarette näher zu untersuchen.

Sollte sich letztlich herausstellen, dass die elektronische Zigarette tatsächlich hinsichtlich der Gesundheitsgefahr nur geringe Auswirkungen hat, so sollte das derzeitige Rauchverbot in öffentlichen Räumen aufgehoben werden, da dieses für viele Raucher wie eine Stigmatisierung wirken muss. Sollte sich jedoch bestätigen, dass die E-Zigarette für Dritte gesundheitsgefährdend ist, so muss das verhängte Rauchverbot unbedingt weiter Bestand haben, da dann die körperliche Unversehrtheit Dritter höher zu bewerten ist.



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