Gesellschaft

E-Zigarette: Warum sie der Tabakindustrie nützt

Die E-Zigarette soll in Hannover in öffentlichen Gebäuden verboten werden. Die FDP im niedersächsischen Landtag hat durch den innenpolitischen Sprecher ihrer Fraktion ihren Unmut über dieses Ansinnen bekanntgegeben. Die Bürger selbst wüssten schon was gut für Sie ist oder nicht, so der Tenor der FDP. Asentanews berichtete in einem gestrigen Artikel über eine mögliche Lobby-Arbeit der FDP für die Zigarettenindustrie. Die Beziehung zur Tabakindustrie wird in Bezug zur E-Zigarette jedoch erst auf den zweiten Blick deutlich.

Klassisch weiterhin aufs Rauchen konditioniert

Richtig ist, dass die E-Zigarette keinen Tabak enthält. Richtig ist aber auch, dass die E-Zigarette Nikotin enthält, also ebenso wie die normale Tabakzigarette auch. Das Nikotin gilt als Sucht-auslösender Stoff in beiden Zigarettenformen. Die Tabakindustrie hält sich derweil mit Kampagnen gegen die E-Zigaretten bedeckt und das mit gutem Grund. Viele der E-Zigarettenraucher kehren nämlich früher oder später zumindest gelegentlich zur Tabakzigarette zurück. Das bedeutet, ein Kampf gegen die E-Zigarettenindustrie wäre zugleich ein Kampf gegen sich selbst. Da durch die E-Zigarette kein Nichtrauchen möglich ist, auch wenn es immer wieder werbewirksam suggeriert wird, fallen jedoch viele der Raucher der E-Zigarette schneller in alte Verhaltensmuster zurück und greifen schnell wieder zur Tabakzigarette. Psychologisch ist dieses Phänomen schnell und einfach erklärt. Die E-Zigarette enthält denselben Sucht-auslösenden Stoff wie die Tabakzigarette. Zudem sieht die E-Zigarette ähnlich aus wie eine Tabakzigarette und bei der E-Zigarette wird dieselbe Handlung vollzogen (Inhalieren) wie bei der Tabakzigarette. Der Körper ist also nicht von alten Verhaltensmustern getrennt, sondern weiterhin klassisch auf das Rauchen mit der Zigarette konditioniert. Aus diesem Grunde ist die E-Zigarette keine Konkurrenz für die Tabakindustrie, sondern insgeheim ein Hilfsmittel viele Raucher im wahrsten Sinne des Wortes bei der Stange zu halten.

Unmutsäußerungen von Konsumenten in Internetforen

Überzeugte E-Zigarettenraucher wettern in diversen Foren derweil gegen derlei wissenschaftliche Fakten. Diese Sichtweise ist verständlich. Während immer mehr Tabakraucher in die Schmuddelecke der Gesellschaft gestellt werden, galt die E-Zigarette nun als Mittel der gesellschaftlichen Resozialisierung einer großen Schar von Rauchern. Nun wird auch dieses als „sauberes Rauchen“ deklarierte Suchtmittel hinsichtlich der gesundheitlichen Gefahren von der Wissenschaft enttarnt. Die betroffenen E-Zigarettenraucher halten sich in ihrer Argumentation hierbei jedoch nicht an wissenschaftliche Fakten, sondern äußern ihren persönlichen Unmut, da diese sich durch die öffentliche Diskussion um die E-Zigarette  persönlich betroffen fühlen. Insofern sind die emotionalen Äußerungen, welche derzeit in zahlreichen Foren zu lesen sind, durchaus nachvollziehbar, wissenschaftlich korrekt indes sind diese damit jedoch nicht.



49 Kommentare zu “E-Zigarette: Warum sie der Tabakindustrie nützt”

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.