Gesundheit

E-Zigarette: Wissenschaftliche Fakten

In der Debatte um die E-Zigarette berichten die Medien in den letzten Wochen vermehrt über mögliche Gefahren der E-Zigarette. Auch asentanews nahm sich des Themas an und berichtete in zwei Artikeln über die E-Zigarette. Die Reaktion auf die Artikel, aber auch die Reaktion auf die Berichterstattung in den Medien insgesamt, fällt durch die Konsumenten der E-Zigarette unisono eindeutig aus. Viele „Dampfer“ der E-Zigarette beschweren sich in diversen Internetforen über eine Hetzjagd der Medien und über angeblich unseriöse Berichterstattung. Dabei werden emotionale Argumente benutzt, die jedoch wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht standhalten.

Wissenschaftliche Fakten als Hintergrundwissen

Anbieter der E-Zigaretten preisen diese oftmals als „gesunde Alternative“ zur Tabakzigarette an. Die Medien warnen jedoch vor den Gesundheitsgefahren der E-Zigarette. Seriöse Plattformen, zu denen auch asentanews zählt, berufen sich hierbei auf wissenschaftlich recherchierte Fakten. Dass in einem Artikel jedoch nicht jede Einzelquelle benannt werden kann, gilt als das Hauptargument der Konsumenten der E-Zigarette, die deshalb einen Artikel insgesamt als unsachlich und unseriös zurückweisen. Recherche hingegen dient der Hintergrundinformation, um Argumente und Behauptungen im Zweifel untermauern zu können. Konsumenten der E-Zigarette verweisen darauf, dass es keine Studien über die E-Zigarette gibt, die deren Schädlichkeit belegen würde. Dies ist so jedoch nicht richtig. Wahr ist, dass es keine Langzeitstudien bezüglich der gesundheitlichen Auswirkungen von E-Zigaretten gibt. Diese können auch noch nicht vorliegen, da es die E-Zigarette noch nicht allzu lange auf dem Markt gibt. Fakt ist jedoch, dass bei der E-Zigarette der Anteil des in den Körper gelangenden Nikotins nicht abzuschätzen und zu dosieren ist. Kleine Kinder können sich deshalb an den Kartuschen vergiften. Durch dieselben Rituale wie beim herkömmlichen Rauchen kann sich eine psychische Abhängigkeit entwickeln. Zudem weist auch das Deutsche Krebsforschungsinstitut darauf hin, dass die E-Zigarette als Einstieg in den Tabakkonsum dienen kann, als Grund werden hier die Aromen der E-Zigaretten angegeben. Hier wird ein ähnlicher Effekt wie bei den Alcopops vermutet. Zudem steigt das Verlangen des Körpers nach Nikotin weiter, der Umstieg auf Tabakprodukte ist deshalb einfacher und schneller möglich. Aus diesem Grunde ist die E-Zigarette auch für die Tabakindustrie keine Konkurrenz, sondern langfristig eher ein Mittel der „Neukundenakquise“. Eine derartige Entwicklung wurde bereits bei sogenannten anderen rauchlosen Tabakprodukten (Nikotin ist ein Extrakt aus der Tabakpflanze) belegt. Hierzu belegte Tomar in seiner Studie „Smokeless tobacco use is a significant predictor of smoking when appropriately modeled“ bereits den Zusammenhang zwischen der Nutzung rauchloser Tabakprodukte und einer Umgewöhnung auf reine Tabakprodukte nach. Die Wirkung des Nikotins ist bei der E-Zigarette genauso wie bei der Tabakzigarette. Zudem wurden auch in der E-Zigarette tabakspezifische Giftstoffe nachgewiesen. Dies belegten bereits Laugesen und die amerikanische Food and Drug Administration.

Konsumenten: Emotionalität vs. Wissenschaft

Die E-Zigarette ist insofern lediglich als Versuch der modernen Form einer „Relegalisierung“ des Rauchens in der Öffentlichkeit anzusehen.
Wissenschaftliche Studien werden hierbei durch Konsumenten der E-Zigarette in Forenbeiträgen schlicht als falsch bezeichnet oder als pure Stimmungsmache deklariert. Versierte Fachjournalisten als dilettantisch und und unseriös bezeichnet. So stellen sich derzeit viele Forenbeiträge zur aktuellen Berichterstattung in den Medien dar. Selbstverständlich hat jeder Mensch ein persönliches Recht auf Rausch. Dieses Recht sei jedem Menschen unbenommen, Artikel 2 des Grundgesetzes regelt die freie Entfaltung der Persönlichkeit. Absatz 2 des Artikels 2 verweist jedoch auf das Recht der körperlichen Unversehrtheit. Wenn das persönliche Recht auf Rausch also die Rechte anderer dahingehend berührt, dass dessen körperliche Unversehrtheit (Einatmen von Schadstoffen) tangiert wird, überwiegt das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Juristen sprechen in diesem Zusammenhang auch von Schranken der Gesetzesentfaltung. Niemandem soll das Recht auf eine Zigarette abgesprochen werden, allerdings sollte Toleranz auch bedeuten, dass Nichtraucherrechte ebenso beachtet werden, wie wissenschaftliche Fakten.



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