Gesundheit

Elektronische Gesundheitskarte: Fluch oder Segen?

Ab Januar 2014 ist die neue elektronische Gesundheitskarte Pflicht. Sie ersetzt die bisherige Versichertenkarte und sollte eigentlich schon von allen Versicherten im letzten Jahr beantragt worden sein.

Neben dem Passbild gibt es bei der Karte aber auch noch weitere Neuerungen, die nicht bei allen Versicherten und Experten Begeisterung auslösen.

Die technische Reform des Gesundheitswesens hat begonnen

Die neue elektronische Gesundheitskarte ist der erste Schritt für die technische Reform des Gesundheitswesens. Ab 1. Januar 2014 muss jeder Versicherte eine solche Karte haben. Wer noch nicht eine solche Gesundheitskarte besitzt, sollte sich beeilen. Im Krankheitsfall müssen die Kosten ansonsten aus der eigenen Tasche bezahlt werden.

Wer noch eine alte Versichertenkarte besitzt und zum Arzt muss, kann die neue Gesundheitskarte bis zu 10 Tage nachreichen. Aus diesem Grund sollte also möglichst schnell ein Passbild an die Krankenversicherung geschickt oder auf der entsprechenden Homepage hochgeladen werden. Denn dieses Bild wird für die personifizierte Gesundheitskarte benötigt.

Übrigens: Die Kosten für die Umstellung sollen sich auf 700 Millionen geschätzt werden. Das macht die Karte zu einem teuren Punkt der Reform.  Dabei ist die Umstellung noch nicht  ganz abgeschlossen. Somit haben auch die Kosten noch nicht ihren Zenit erreicht.

 Der Nutzen der Gesundheitskarte

Der eigentliche Nutzen in der neuen gesundheitskarte liegt in dem Foto des Versicherten, das zu sehen ist. Auf diese Weise soll ein Missbrauch verhindert werden. Durch Betrüger sind in den vergangenen Jahren Schäden entstanden, die im zweistelligen Millionenbereich lagen. Hier möchten die Krankenkassen endlich einen Schlussstrich ziehen.

Kinder unter 15 Jahren bekommen keine Gesundheitskarte mit Foto. Das Gleiche gilt auch für schwer Pflegebedürftige. Auch hier kann unter Umständen noch eine Gesundheitskarte ohne Foto beantragt und entsprechend auch genehmigt werden.

Noch Zukunftsmusik…..

In ferner Zukunft soll sich auf der Karte auch ein Mirkochip finden, auf dem Laborbefunde, Röntgenbilder oder Arzneiverordnungen gespeichert werden können. All diese Funktionen wären auch für die Patienten eine große Erleichterung und Hilfe. Ob und wann diese Funktionen zur Verfügung stehen, ist aber noch nicht klar.

Kein anderer Versicherungsnachweis

Viele Versicherten und auch Experten sehen keinen wirklichen Nutzen in der neuen Gesundheitskarte. Dennoch ist sie ab diesem Jahr Pflicht. Laut dem Berliner Sozialgericht „Besteht kein Anspruch gegen die Krankenkassen auf Ausstellung eines anderweitigen Versicherungsnachweises“.

Das bedeutet, jeder Versicherte muss nun mit der elektronischen Gesundheitskarte seinen Versicherungsschutz nachweisen. Die alten Versichertenkarten haben somit zu Jahresbeginn ihre Gültigkeit verloren und sollten umgehend an die Krankenkassen zurückgeschickt werden. Hier werden die alten Versichertenkarten dann fachgerecht vernichtet.



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