Versicherung & Vorsorge

Erste Organspendeausweise durch Techniker Krankenkasse verschickt

Durch die Gesetzesreform zum Transplantationsgesetz erhielt die Gesetzesnovelle zum 1. November Gültigkeit.

Alle Versicherten der privaten und gesetzlichen Krankenkassen erhalten nun innerhalb eines Jahres von der jeweiligen Krankenkasse Post. In dem Schreiben wird der Versicherte über die Möglichkeit der Organspende aufgeklärt.

Dem Schreiben ist ein Organspendeausweis beigefügt. Ziel des Informationsschreibens ist es, die Anzahl der Spendewilligen deutlich zu steigern. Jeder Versicherte wird in dem Schreiben um die Beantwortung einiger Fragen gebeten.

Am Ende soll der Versicherte entscheiden, ob er im Falle des Ablebens seine Organe spenden will oder nicht. Eine Verpflichtung zur Beantwortung der Fragen und eine Verpflichtung zur Rücksendung des Schreibens bestehen indes von gesetzlicher Seite nicht. Als erste deutsche Krankenkasse will die Techniker Krankenkasse nun damit beginnen, Organspendeausweise nebst entsprechendem Informationsschreiben an ihre Versicherten zu versenden.

Spendebereitschaft im Lichte der jüngsten Organspendeskandale zurückgegangen

Jens Bass, Vorsitzender der Techniker Krankenkasse sagte gegenüber der „dapd“, dass durch die sich kürzlich ereigneten Organspendeskandale die Menschen zutiefst verunsichert seien, was das Thema Organspende betrifft. Um hier vorbeugend zu wirken und Vorurteile zu verhindern, soll eine schnelle und umfassende Information dem Trend zu einer abnehmenden Spendebereitschaft entgegengewirkt werden, so die Techniker Krankenkasse.

Neben der allgemeinen Organspendebereitschaft ist auch eine begrenzte Spende möglich. Hierbei schließt der Spender bestimmte Organe für den Fall des Ablebens aus. Bedingt durch die Organspendeskandale in Göttingen, Regensburg sowie dem Verdacht eines Transplantationsskandals in München, ging die Spendebereitschaft zuletzt deutlich zurück.

Jeder Versicherte soll sich bewusst mit dem Thema Organspende auseinandersetzen

Grundsätzlich befürworten jedoch 74 Prozent der Bundesbürger die Organspende. Trotz der hohen Befürwortungsrate sind jedoch nur 25 Prozent der Bundesbürger im Besitz eines Spendeausweises. Die Gesetzesnovelle soll diesen Anteil deutlich erhöhen helfen. Im Falle des Todes, kann bisher entweder ein naher Angehöriger die Einwilligung zur Organspende erteilen oder aber der Verstorbene hat dies zu Lebzeiten durch den Besitz eines Organspendeausweises getan.

Der letztere Fall ist der einfachere, weil bürokratische Hürden wie das Befragen der Angehörigen entfallen und dadurch eine schnellere Hilfe für potenzielle Spendeempfänger möglich ist. Oberstes Ziel des geänderten Transplantationsgesetzes ist es, eine individuelle Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende zu erreichen. Die Krankenkassen wollen indes in regelmäßigen Abständen die Bundesbürger zur Spendebereitschaft befragen. Ob die Anzahl der ausgefüllten Oragnspendeausweise ansteigen wird, bleibt abzuwarten.

Allerdings ermöglicht die Gesetzesnovelle eine persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Insofern kann sich jeder auch in die Rolle des potenziellen Spendeempfängers einfühlen, was im Einzelfall sicherlich die Entscheidung für eine Organspende erleichtert.



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