Finanzen & Recht

Erwerbsminderungsrente 2014 nach der Rentenreform

Wer aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit wie zum Beispiel Depressionen arbeitsunfähig geworden ist, kann Erwerbsminderungsrente beantragen.

Dennoch hat nicht jeder Erwerbsunfähige einen Anspruch auf die Rente. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist damit auch nach der Rentenreform 2014 sinnvoll.

GroKo will die Erwerbsminderungsrente verbessern

Ab dem 1. Juli will die Große Koalition die Erwerbsminderungsrente verbessern.

Es gibt immer mehr Frühverrentungen aufgrund psychischer Erkrankungen. Vielen Menschen ist es heutzutage nicht mehr möglich, bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter zu arbeiten und sind vorher von Berufsunfähigkeit betroffen.

Für diese könnte die Erwerbsminderungsrente in Frage kommen, wenn die dafür nötigen Voraussetzungen erfüllt sind.

Wer kann die Erwerbsminderungsrente beantragen?

Die volle Erwerbsminderungsrente können Personen beantragen, bei denen nach einer ärztlichen Untersuchung festgestellt wurde, dass sie täglich weniger als drei Stunden arbeiten können, erklärte der Sprecher der Deutschen Rentenversicherung, Dirk von der Heide.

2012 betrug die durchschnittliche Rente bei voller Erwerbsminderung in Ostdeutschland 698 Euro und im Westen 723 Euro pro Monat. Einer neuen Studie zufolge gingen im Jahr 2012 42 Prozent aller Rentner aufgrund einer psychischen Erkrankung in Frührente.

Wer hat Anspruch auf Teilerwerbsminderungsrente?

Einen Anspruch auf eine Teilerwerbsminderungsrente haben für gewöhnlich Personen, die täglich weniger als sechs Stunden arbeiten können. 2012 betrug die Rente in diesem Fall laut von der Heide in Westdeutschland 492 Euro und in Ostdeutschland 423 Euro.

Nicht jeder kann einen Anspruch geltend machen

Nicht jeder bekommt die Erwerbsminderungsrente. Erkrankte erhalten diese nur, wenn sie für mindestens fünf Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben. Darüber hinaus müssen fünf Jahre vor Eintritt in die Erwerbsminderung mindestens für drei Jahre die Pflichtbeiträge eingezahlt worden sein.

Im Einzelnen bedeutet dies, dass viele Menschen keinen Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente haben, weil sie selbstständig tätig waren oder eine Familienauszeit genommen hatten und somit nicht in die Rentenkasse eingezahlt haben. Dadurch kann der Anspruch verloren gehen.

Wo wird der Antrag auf Frührente gestellt?

Der Antrag auf Frührente wird bei der Rentenversicherung gestellt. Allerdings kann die Krankenkasse auch fordern, dass ein Reha-Antrag gestellt werden muss. Dirk von der Heide betont, dass dieser Aufforderung nachgekommen werden muss.

Ein Gutachter wird dann überprüfen, ob eine Reha-Maßnahme erfolgsversprechend ist. Ist dies nicht der Fall, wird der Reha-Antrag in einen Rentenantrag umgewandelt.

GroKo will die Erwerbsminderungsrente ab 2014 erhöhen

Die Große Koalition will im Rahmen der Rentenreform 2014 die Frührentner besserstellen. Ab dem 1. Juli 2014 soll die Zurechnungszeit um zwei Jahre auf 62 angehoben werden.

Dadurch fällt die Rente für die Betroffenen deutlich höher aus.

Zahl der Frühverrentungen aufgrund psychischer Erkrankungen zugenommen

Die Zahl der Frühverrentungen hat in den letzten Jahren aufgrund psychischer Erkrankungen zugenommen. Im letzten Jahr bekamen rund 75.000 Menschen eine Erwerbsminderungsrente wegen Depressionen oder anderer psychischer Leiden.

Die Betroffenen sind laut Statistik im Durchschnitt 49 Jahre alt. Im Zeitraum von 2000 bis 2006 betrug lag Anzahl der Frühverrentungen wegen psychischer Krankheiten bei rund 50.000.

Der Grund für die steigende Anzahl sollen Depressionen oder psychische Störungen sein, die nicht ärztlich behandelt wurden. Außerdem gäbe es zu wenige Psychotherapie-Plätze, lange Wartezeiten, zu wenige Behandlungen und wenig vorbeugende Maßnahmen in Unternehmen, heißt es weiter.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.