Wirtschaft

Erwerbsminderungsrente: Vorsorge wichtig wie nie zuvor

Im Falle einer verminderten Erwerbsfähigkeit zahlt der Staat eine staatliche Erwerbsminderungsrente. Diese reicht in aller Regel jedoch nicht zum Leben aus.

Wann gilt ein Mensch als erwerbsgemindert?

Wenn ein Mensch infolge körperlicher oder psychischer Erkrankungen nicht mehr der Lage ist, seinen Lebensunterhalt durch eine berufliche Tätigkeit selbst zu bestreiten, zahlt die gesetzliche Rentenversicherung auf Grundlage nach dem SGB-II beziehungsweise nach Maßgabe des SGB-XII eine Erwerbsminderungsrente beziehungsweise eine staatliche Grundsicherung. Nach der Definition des Gesetzgebers zählt als erwerbsgemindert, wer keine sechs Stunden am Tag arbeiten kann.

Dabei wird zwischen einer vollen Erwerbsminderung, einer teilweisen Erwerbsminderung sowie einer vorübergehenden teilweisen Erwerbsminderung unterschieden. Die volle Erwerbsminderung liegt vor, wenn eine Tätigkeit von weniger als drei Stunden täglich verrichtet werden kann. Als volle Erwerbsminderung zählt jedoch auch eine eingeschränkte Wegefähigkeit. Darunter wird die Fähigkeit verstanden, den Arbeitsplatz zu erreichen. Die teilweise Erwerbsminderung liegt dann vor, wenn eine unabhängig vom eigentlichen Beruf ausgeübte Tätigkeit lediglich im Umfang zwischen drei bis unter sechs Stunden möglich ist.

Wann zahlt der Staat und wann nicht?

Liegt eine teilweise Erwerbsminderung vor, so kann der Gesetzgeber eine Rente im Sinne der so genannten Arbeitsmarktrente gewähren. Dies gilt dann als gegeben, wenn für den Betroffenen eine Teilzeittätigkeit in dem ausgeübten Beruf nicht möglich ist. Kann der Arbeitnehmer jedoch eine Tätigkeit im Umfang von mindestens sechs Stunden ausüben, so liegt keine Erwerbsminderung vor. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn eine Tätigkeit unabhängig von dem erlernten Beruf möglich ist.

Während die volle Erwerbsminderungsrente mit dem Rentenfaktor 1 berechnet wird, errechnet sich die teilweise Erwerbsminderungsrente mit dem halben Faktor. Nähere Informationen hierzu lassen sich auch auf http://www.deutsche-rentenversicherung.de einsehen.

2011 gab es in Deutschland rund 1,63 Millionen Personen, die eine Erwerbsunfähigkeitsrente bezogen. Davon waren rund 1,61 Millionen voll erwerbsgemindert und lediglich 102.000 Personen bezogen eine teilweise Erwerbsminderungsrente. Der durchschnittliche Auszahlungsbetrag nach Abzug der gesetzlichen Kranken-und Pflegeversicherung betrug dabei 596 Euro. Wie aus den Zahlen ersichtlich ist, ist eine rein staatliche Erwerbsunfähigkeitsrente beziehungsweise Erwerbsminderungsrente zu Bestreitung des Lebens als nicht ausreichend zu bewerten. Deshalb sollte jeder bereits mit Abschluss eines Ausbildungsvertrages eine private Versicherung zur Erwerbsminderungsrente beziehungsweise Erwerbsunfähigkeitsrente abschließen. Der Vorteil gegenüber der staatlichen Erwerbsunfähigkeitsrente liegt darin, dass auch im Falle einer Tätigkeit in einem fremden Beruf eine Rentenzahlung durch die private Zusatzversorgung möglich ist. Dies gilt nämlich dann, wenn eine Versicherung und eine damit einhergehende Erwerbsminderungsrente für den jeweils ausgeübten Beruf abgeschlossen wird. Anders als bei der staatlichen Regelung wird also auch dann durch die private Versicherung ein monatlicher Zahlbetrag möglich, wenn eine Tätigkeit in einem anderen Beruf grundsätzlich möglich ist. Informationen hinsichtlich der Erwerbsminderungsrente und weiterer für die relevante private Zusatzversorgung wichtiger Themen lassen sich unter anderem auch auf gevestor.de einsehen. In jedem Fall sollte eine private Absicherung für den Fall einer Erwerbsminderung oder einer vollen Erwerbsunfähigkeit bereits zu Beginn der beruflichen Karriere (am besten in der Ausbildung) erfolgen.



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