Gesundheit

ETC: Gleichstrom gegen Krebszellen

Gleichstrom Verfahren, oder auch auch ETC-Verfahren genannt, als Behandlung gegen Krebs erleben derzeit ihr großes Comeback in Deutschland. Jährlich erkranken 450 000 Deutsche neu an Krebs, das sind rund 30 Prozent mehr als noch vor 20 Jahren.

Handlungsbedarf besteht somit für das Bestreiten neuer Wege in der Bekämpfung von Krebserkrankungen. Doch wie wirksam ist das Gleichstrom- bzw ETC Verfahren? Eine Studie soll klären, inwieweit Elektroschocks bei der Beseitigung von Tumoren helfen.

Per Sonde und Elektroschock Krebszellen gezielt vernichten

Derzeit prüfen Studien die Wirksamkeit von Elektroschocks gegen Krebszellen. Dabei werden zwei bis sechs Sonden in den Krebsherd eingeführt, um diese gänzlich zu zerstören.

Durch die hohe Spannung, der die Zellen nur für den Bruchteil einer Sekunde ausgesetzt sind, ändert sich deren Struktur, so dass diese platzen und wie andere abgestorbene Zellen, einfach aus dem Körper abtransportiert werden. Die Stromimpulse töten die Zellen jedoch nicht nur, sondern aktivieren Enzyme, die die Zelle dazu veranlassen, sich selbst zu töten.

Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten: entweder löst sich das Tumorgewebe nach ein paar Wochen vom gesunden Gewebe ab oder der Stoffwechsel entsorgt die Zellen mit körpereigenen Fresszellen. Der Patient liegt während diesem Vorgang in Narkose oder erhält eine Lokalanästhesie.

ETC Verfahren schont gesundes Gewebe

Bei dieser Therapieform liegen die Vorteile auf der Hand: Schonung des Nachbargewebes, fast komplette Schmerzfreiheit für den Patienten und keinerlei Beeinträchtigung für das Allgemeinbefinden. Auch das Immunsystem wird dadurch zur Selbstheilung angeregt.

Studie zum Gleichstromverfahren in China macht Hoffnung

Eine Fallstudie in China, die zwischen 1987 und 2000 durchgeführt wurde, zeigt deutlich die Wirksamkeit des ETC-Verfahrens. Bei rund 30 Prozent der Patienten kam es zu einer Auflösung des Tumors, bei etwas über 40 Prozent kam es zu einer Verkleinerung des Karzinoms. Der Erfolg hängt hierbei von dem Krankheitsstadium, der Größe des Tumors, sowie der Tumor Art ab.

ETC-Verfahren bald auch in Deutschland Standard?

Diese Art der Therapie ist in Deutschland nur sehr wenig bekannt, obwohl sie bereits Ende des letzten Jahrhunderts zum Einsatz kam und nur durch die Chemotherapie verdrängt wurde.

Am geeignetsten ist diese Behandlung für Tumore, die nicht operabel sind und mit einer Nadelelektrode gut zu erreichen sind. Beispiele hierfür sind Mamma-Karzinome, Prostata-Karzinome, Weichteiltumore, Hautkarzinome und Metastasen, Karzinome im Hals-, Nasen-, Ohrenbereich und isolierte Organmetastasen.

Scheitert ETC-verfahren in Deutschland wegen fehlender Finanzierung?

In vielen Ländern wie Brasilien, Österreich, China, Italien, Dänemark und Schweden wird das ETC-Verfahren bereits erfolgreich in der Krebsbehandlung angewendet. Nur in Deutschland fehlt eine stabile Finanzierung für weitere Studien.

Pharmazeutische Studien werden im Gegensatz zu komplementärmedizinischen Verfahren von der Pharmaindustrie bezahlt und sind leichter zu finanzieren, obwohl auch bei anderen Verfahren, die Heilungschancen sehr hoch sind.

Bleibt zu Hoffen, dass weitere positive Studien zum ETC-Verfahren folgen und sich diese Art der Behandlung von Krebs als echte Alternative zur Chemotherapie durchsetzen kann.



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