Konjunktur

Euro auf einem 16-Monats-Tief: Die Sorge um eine Bankenkrise in Europa

Der Euro befindet sich auf einem 16-Monats-Tief zum Dollar, aktuell wird ein Euro mit 1,2831 Dollar gehandelt. Im direkten Vergleich zum japanischen Yen befindet sich der Euro gar auf einem 11-Jahres-Tief, wobei hier zugleich eine Aufwertung des Yen stattfand, zum ärger der japanischen Wirtschaft. Die Sorge um eine eskalierende Bankenkrise in Europa treibt den Euro in den Keller, auch die Auktion von französischen Staatsanleihen auf zehn Jahre verlief schleppend, dementsprechend sind die Zinsen für französische Anleihen gestiegen. Weiterhin sorgte der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos für Unruhe auf den Märkten, seine Anmerkung gegenüber der Financial Times, wonach spanische Banken 50 Milliarden Euro als faule Werte abschreiben müssten, sorgte für noch mehr Furore. 

Noch am heutigen Tag will die spanische Regierung weitere Sparmaßnahmen bekannt geben. Die benannten 50 Milliarden Euro sind höher als vorhergehende Schätzungen. Frankreich musste höhere Zinsen auf zehnjährige Titel geben, konnten französische Staatsanleihen noch im Dezember für 3,18 % Zinsen herausgegeben werden, liegen diese nun bei 3,29 %. Die Steigerung ist nicht überzogen, doch im Zuge der Staatsschuldenkrise reagieren die Märkte sehr nervös. Nun droht eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs, verbunden mit weiter steigenden Zinsen. Immerhin konnte Frankreich die gezeichneten acht Milliarden Euro auch einholen, auch keine Selbstverständlichkeit mehr, doch auch hier zeichnet sich eine Änderung ab. Wollten noch im Dezember Anleger drei mal mehr zeichnen, als ausgebeben wurden, lag diese Zahl bei der aktuellen Auktion nur noch bei 1,64.

Die Verunsicherung auf den Finanzmärkten hat auch direkte folgen auf die Banken in Europa, jetzt droht noch eine zusätzliche Bankenkrise. Die Banken leihen sich momentan untereinander wenig bis gar nichts. Die italienische Großbank UniCredit hat gar die eigenen Aktien aus dem Handel aussetzen lassen, erwartet wurde ein Minus von acht Prozent, gestern fiel der Aktienwert schon einmal um 14,5 %. Auch die deutsche Commerzbank musste einen Kursverlust von über vier Prozent, die französischen Großbanken BNP Paribas 4,1 % und die Societe Generale einen Verlust von 4,8 % hinnehmen. Die Staatsschuldenkrise zieht weiterhin große Kreise um sich, ob eine Bankenkrise abgewendet werden kann, bleibt abzuwarten.



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