Geld & Investment

Europas Börsen unter Druck wegen Spanien

Die börsen in Europa haben zum heutigen Tag nahezu gleich schlecht abgeschlossen, den Grund sehen viele Analysten in der Staatsverschuldung Spaniens. Spanien wollte Staatsanleihen von mittlerer Laufzeit von 3,5 Milliarden Euro an den Markt bringen, doch lediglich 2,6 Milliarden Euro wurden an den Mann gebracht.

Damit wurden viele Investoren aufgeschreckt, die Befürchtung einer schwierigen Refinanzierung des spanischen Staates treibt die Händler an den Börsen. Die Börsen in Deutschland (DAX – 2,1 %), Frankreich (CAC 1,7 %) und Großbritannien (FTSE 100 -1,4 %) gaben deutlich nach. Noch verheerender ist der Zinsanstieg für zehnjährige Staatsanleihen aus Spanien, mit einem Zinssatz von 5,7 % erreicht dieser Wert Stand, der die Refinanzierung Spaniens gefährdet. Der Rekordzins für spanische Anleihen von zehn Jahren lag bei 6,78 % im November 2011.

Spanien: Sparprogramm von 27 Milliarden Euro

Die Bekanntgabe eines Sparpaketes von 27 Milliarden Euro hat in Spanien Proteste mobilisiert. Die Einfrierung der Gehälter der öffentlich Angestellten und die Kürzung der Zuschüsse für Kommunen um bis zu 16,9 % hat lauten Protest ausgelöst. Dazu werden die Preise für Strom um bis zu sieben Prozent, für Gas hingegen um bis zu fünf Prozent angehoben.

Manche Ministerien müssen eine Budgetkürzung von bis zu 50 % hinnehmen (das spanische Außenministerium), dafür wird aber bislang die Mehrwertsteuer nicht angehoben. Die Einkommenssteuer wird hingegen um bis zu 1,9 % angehoben. Spanien hat sich der EU gegenüber verpflichtet, für 2012 die Nettoneuverschuldung von 8,5 % auf 5,3 % zu drücken. Dabei grassiert in Spanien eine sehr hohe Arbeitslosigkeit, im EU-Vergleich hat Spanien mit einer Arbeitslosenquote von 23,6 % die höchste innerhalb der Gemeinschaft. Insbesondere jüngere Menschen sind von der Arbeitslosigkeit betroffen, der soziale Frieden ist gefährdet.

Spanien, das nächste Griechenland ?

Die Staatsverschuldung Spaniens könnte ähnliche oder größere Ausmaße annehmen wie die griechische Krise, befürchten Analysten. Die fünftgrößte Volkswirtschaft Europas könnte dabei größere Summen benötigen, oder andersherum, die Gemeinschaftswährung Euro noch mehr in Bedrängnis bringen.

Insbesondere die geplatzte Immobilienblase und die Finanzkrise von 2008 hat dem spanischen Haushalt immens zugesetzt, bis 2008 war die Haushaltslage auf der iberischen Halbinsel äußerst stabil. Zwischen 2004 bis 2008 stiegen die Hauspreise in Spanien im Durchschnitt um 44 %, nur um danach um 17 % zum Vorwert zurückfallen zu müssen. Seit 2007 wird in Spanien eine Rezession von einem Prozent verzeichnet, zuvor wuchs die Wirtschaft in Spanien um 3,7 % pro Jahr.

Doch nun könnte Spanien das europäische und damit das globale Finanzsystem arg zum Wanken bringen. Der Druck auf die Börsen, wegen der sich abzeichnenden Lage in Spanien, könnte den Auftakt einer neuen Qualität der Finanzkrise bilden.

 



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.