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Ex-Präsident Wullff soll gegen Glaeseker aussagen

Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff soll gegen seinen ehemaligen Sprecher Olaf Glaeseker vor Gericht aussagen. Die „Bild am Sonntag“ berichtet, dass Wullf im Verfahren gegen seinen ehemaligen Sprecher vor Gericht erscheinen müsse. Neben dem ehemaligen Bundespräsidenten stehen zahlreiche weitere prominente Bürger auf der Liste der Staatsanwaltschaft. Darunter sollen sich auch der frühere baden-württembergische Ministerpräsident und heutige EU-Kommissar Günther Oettinger sowie der ehemalige niedersächsischer Ministerpräsident David McAllister (beide CDU) befinden.

Auch die ehemalige TV- Moderatorin Sabine Christiansen und der Gründer von Air-Berlin, Joachim Hunold, sollen sich offenbar auf der Liste der Zeugen befinden. Alle genannten Personen waren zur Zeit des so genannten „Nord-Süd-Dialogs“ dort zugegen. Der ehemalige Wulff-Sprecher Glaeseker muss sich im Zusammenhang mit dem „Nord-Süd-Dialog“ wegen des Verdachts der Bestechlichkeit vor Gericht verantworten. Die Anklagebehörden sehen es als erwiesen an, dass Glaeseker den ebenfalls angeklagten Manfred Schmidt (Event-Manager) bei der Suche nach entsprechenden Sponsoren unterstützte und dabei als Gegenleistung kostenlos in Ferienhäusern in Spanien und Frankreich übernachten konnte.

Zahlreiche Prominente sollen vernommen werden

Unter anderem soll Schmidt Glaeseker dabei auch kostenlose Flüge ermöglicht haben. Auch die erste Frau des ehemaligen Bundespräsidenten ist nach dem Bericht der „Bild am Sonntag“ als Zeugin für die Anklage aufgeführt. Diese soll mit ihrer Tochter sowie dem Ehepaar Glaseker einen Urlaub im Ferienhaus von Schmidt in Spanien verbracht haben. Die Veranstaltungen des „Nord-Süd-Dialogs“ hatten den Sinn der Bildung eines Netzwerkes innerhalb und zwischen den Bundesländern Niedersachsen und Baden-Württemberg. Die entsprechenden Veranstaltungen hierzu fanden in den Jahren 2007,2008 und 2009 statt. Als Schirmherren der jeweiligen Veranstaltungen traten die damaligen Ministerpräsidenten der Bundesländer Niedersachsen und Baden-Württemberg, Christian Wulff und Günther Oettinger, auf.

Staatsanwaltschaft prüft weiter  Anklage gegen Wulff

Christian Wulff selbst wird in dem Verfahren als Zeuge geführt und ist damit einer von insgesamt 47 Zeugen, die die Anklage vernehmen lassen will. Ob gegen den ehemaligen Bundespräsidenten selbst eine Anklage erhoben wird, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Spätestens dann wird die Staatsanwaltschaft darüber befunden haben, ob der ehemalige Bundespräsident sich wegen des Verdachts der Bestechlichkeit vor Gericht verantworten muss. Ein Angebot der Staatsanwaltschaft, das Verfahren gegen Wulff bei Zahlung von 20.000 Euro einzustellen, lehnte der ehemalige Bundespräsident ab. Nahezu sämtliche Anklagepunkte musste die Staatsanwaltschaft bereits fallen lassen. Lediglich ein Anklagepunkt wird noch seitens der Staatsanwaltschaft geprüft. Dabei geht es um einen Gegenwert von unter tausend Euro. Sollte es zu einer Gerichtsverhandlung kommen und sollte der ehemalige Bundespräsident verurteilt werden, so droht ihm unter Umständen auch eine Aberkennung des Ehrensoldes. Diesen erhält Wulff unter normalen Umständen lebenslang. Den Ehrensold erhalten alle noch lebenden Bundespräsidenten.



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