Konjunktur

EZB: Kein Aufkauf von Staatsanleihen erstmals seit August

Wie die Europäische Zentralbank (EZB) nun berichtet, habe man erstmals seit August 2011 in der vergangenen Woche keine Staatsanleihen von EU-Staaten aufkaufen müssen. Als weitere Maßnahme zur Stabilisierung der Währung Euro wurden dem Geldmarkt wie geplant 219,5 Milliarden Euro durch ein Refinanzierungsgeschäft entzogen. Die Praxis der EZB, Staatsanleihen von angeschlagenen Staaten zu deponieren, widerspricht dem eigentlichen Zweck einer Zentralbank, durch den Ankauf von Staatsschulden wird im Grunde genommen die Geldmaschine eingeschaltet, der Inflationsdruck steigt somit enorm.

EZB- keine Staatsanleihen aus Italien und Spanien

Die EZB hat in der vergangenen Woche keine Staatsanleihen aus Spanien und Italien aufnehmen müssen, diese wurden zuvor abgenommen, damit die Zinsen für die angeschlagenen Staaten nicht weiter ansteigen. Im vergangenen Jahr erreichten die Zinsen für Staatsanleihen aus beiden Staaten den kritischen Zinssatz von sieben Prozent, ab dieser Zinshöhe ist eine Refinanzierung für Staaten nicht mehr zu stemmen. Doch die Zinsen für beide Staaten sanken in den vergangenen Monaten, vorletzte Woche hatte die EZB lediglich Staatsanleihen in Höhe von 59 Millionen Euro bei sich „parken“ müssen. Aus dem Notfall-Fonds der EZB wurden bislang Staatsanleihen der Länder Italien, Spanien, Griechenland, Portugal und Irland im Gesamtwert von 219,5 Milliarden Euro aufgekauft.

EZB- Kreditvergabe ohne Grenzen

Um dem Mistrauen auf den Märkten begegnen zu können, und vor allem zu verhindern, dass Banken sich gegenseitig kein Geld mehr leihen, hat die EZB für drei Jahre eine unbegrenzte Kreditvergabe an Banken zugesagt. Schon in der ersten Woche nahmen über 500 europäische Banken dieses Angebot mit moderaten Zinsen wahr, die Banken nahmen dabei über 489 Milliarden Euro auf, weit mehr als im Vorfeld erwartet wurde. Doch Banken können weiterhin diese Kredite in Anspruch nehmen.

Griechenland nicht das Ende der Krise

Auch wenn momentan alle Anzeichen darauf deuten, dass Griechenland das versprochene Hilfspaket von 130 Milliarden Euro erhält, selbst wenn die Staatsschuldenkrise Griechenlands gelöst werden sollte, noch stehen andere Hausaufgaben an. neben Spanien und Italien haben auch Irland, Portugal, das Sorgenkind Ungarn und selbst Großbritannien noch immens hohe Schulden. Bei der Refinanzierung geht es schon längst nicht mehr um die Finanzierung der Haushaltskosten, sondern im Wesentlichen um den Ausgleich der anfallenden Zinsen für bisherige Schulden. Ob der Stopp des Aufkaufs von Staatsanleihen seitens der EZB eine Trendwende ankündigt, muss abgewartet werden.



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