Technik

Facebook: Über 45.000 Zugangsdaten per Ramnit-Wurm gestohlen

Die IT-Sicherheitsfirma Seculert berichtet, dass bei Facebook über 45.000 Zugangsdaten gestohlen wurden, hierfür verantwortlich sei ein Computerwurm namens Ramnit. Dieser Wurm ist schon zuvor aufgefallen, zuvor wurden Zugangsdaten von Bankkunden abgefangen. Die Malware habe vor allem Zugangsdaten von Facebook-Mitgliedern in Frankreich und Großbritannien gekapert, seit April 2010 ist Ramnit schon im Netz und richtet Schaden an. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung hat Seculert auf dem firmeneigenen Blog veröffentlicht.

Laut Aussage von Facebook nehme das größte soziale Netzwerk auf der Erde die gefahr ernst und untersuche den Sachverhalt. Die Malware Ramnit wurde schon April 2010 entdeckt, der Wurm befällt Rechner mit Windows-Betriebssystemen, aber auch schlicht normale HTML-Protokolle, also Internetprotokolle, werden vom Wurm heimgesucht, damit sind alle Rechner mögliche Opfer des Wurms. Laut vorsichtigen Schätzungen von Seculert seien zwischen September 2011 bis Dezember 2011 über 800.000 Rechner vom Wurm befallen.

Doch inzwischen habe sich ein Ableger des Wurmes auf die Zugangsdaten von Facebook spezialisiert, immerhin vier Prozent aller gestohlenen Zugangsdaten (oder knapp 1800) wurden außerhalb Frankreichs und Großbritanniens gestohlen. Seculert warnt davor, dass der Wurm über die gestohlenen Zugangsdaten weitere Freunde aus dem Netzwerk befallen könnte. Außerdem benutzen viele User meist dieselben Passwörter für unterschiedliche sensible Bereiche, generell sollten Passwörter variieren.

Auch Anti-Viren-Hersteller Symantec berichtete schon im Juli 2011 von Ramnit, der Wurm sei in dem Monat für 17,3 % aller Neuinfektionen von Malware verantwortlich gewesen. Auch in Deutschland berichten einige Nutzer von befallenen Rechnern (hier auf dem Forum von Chip.de), in diversen Foren suchen sie nun um Rat. Zwar empfiehlt Seculert bei einem Befall das Scannen durch ein Anti-Virenprogramm, doch ganz sicher kann man danach auch nicht sein, dass alle Bestände des Wurmes auch wirklich gelöscht werden. Meist bleibt nur die radikale Lösung des kompletten Neuaufsetzens des Rechners. Sinnvoller ist es im Vorfeld, einen Befalll zu vermeiden. Hier sind die Nutzer selber gefragt, allein mit dem Surfverhalten kann man vieles vermeiden (keine Unbekannten Links aufrufen, auch nicht auf Facebook; Anti-Virenprogramm stets aktuell halten), und im Ernstfall sollte man auf eine Backup-CD zurückgreifen können. Wichtigste Dokumente sollten doppelt gesichert werden, am Besten auf einer externen Speichermöglichkeit (USB-Speicherstick reicht vollkommen). Auch bei der Auswahl der Passwörter sollten Buchstabenkombinationen mit Sonderzeichen und Zahlen bestickt werden, meist helfen Eselsbrücken (z.B: AsentaNews 2011 finde ich richtig gut und informativ- AN2011firg+i). Somit wird das Knacken von Passwörtern erheblich erschwert. Doch generell gilt, einen hunderprozentigen Schutz vor Würmern und anderen Schadprogrammen gibt es nicht. Und es steht zu befürchten, dass der Ramnit-Wurm nicht der letzte bleiben wird, auch nicht auf Facebook.

 



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