Finanzen & Recht

Facebook wegen Datenschutz vor Gericht

Das soziale Netzwerk Facebook geriet in der Vergangenheit bereits mehrfach in den Fokus von Datenschützern. Nun steht Facebook vor Gericht. Anlass hierfür ist eine App. Sobald ein Facebook-User eine App entweder auf dem sozialen Netzwerk selbst oder auf dem Smartphone oder Handy startet oder herunterlädt, gibt Facebook die jeweiligen Nutzerdaten an den Anbieter der App weiter.

Weil der Facebook-Nutzer darüber nicht automatisch informiert wird, zieht der Bundesverband der Verbraucherzentrale jetzt vor Gericht. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen fordert, dass die Facebook-Nutzer den jeweiligen Datenschutzbestimmungen ausdrücklich erst zustimmen müssen, bevor eine Datenweitergabe erfolgt.

App-Betreiber: Daten für Werbung verwenden

Die Anbieter von Apps erhalten von Facebook sowohl den Namen, die Telefonnummer, Kommentare, Fotos sowie die Facebook-Kontaktliste und auch die jeweils zuletzt besuchten Webseiten. Im Kleingedruckten zur App Instagram, eine Applikation mit der Bilder über das Smartphone ausgetauscht werden können, steht beispielsweise eine derartige Nutzer Vereinbarung. Auch andere Applikation wie Spotify, SoundCloud, Farm Ville sowie Angry Birds Friends und deren Betreiber können auf Daten der Facebook-Nutzer zurückgreifen. Die Betreiber der Web-Applikationen können die erhaltenen Daten jeweils für Werbung verwerten.

Facebook akzeptierte Abmahnung nicht

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat Facebook Irland, den europäischen Vertreter des US-Konzerns, vor dem Landgericht Berlin nunmehr verklagt. Zuvor hatten die Verbraucherschützer vergeblich den Betreiber Facebook abgemahnt. Nach Angaben der Verbraucherschützer schreibt das Telemediengesetz vor, dass die Nutzer „bewusst und eindeutig“ den jeweiligen Datenschutzbestimmungen der Anbieter von Internet-Applikationen zustimmen müssen.

Verbraucherschützer: ausdrückliche Zustimmung zu Datenschutzregeln gefordert

Derzeit hätten die Nutzer von Facebook jedoch keine Auswahlmöglichkeit, so die Verbraucherschützer. Der Bundesverband der Verbraucherzentrale fordert derweil, dass die Facebook-Nutzer Datenschutzregeln vor dem Starten der jeweiligen Applikation zu Gesicht bekommen. Dies könnte beispielsweise in einem Popup-Fenster erfolgen. Im Juli 2012 hatte Facebook alle Spiele und Programme in einem sogenannten App-Zentrum zusammengefasst.

Seitdem verzichtet Facebook auf einen Hinweis zum Datenschutz im Rahmen eines Popup-Fensters. Es wird die Zustimmung des Users seitens Facebook vorausgesetzt. Das App-Zentrum stellt das Würfelsymbol mit dem Logo von Facebook dar. Seitdem das App-Zentrum eingerichtet wurde, befinden sich die Regelungen zum Datenschutz im Kleingedruckten.

Facebook: schon früher Auseinandersetzung mit deutschen Datenschützern gehabt

Jeweils unter dem Button beim Start einer Applikation findet sich der Link „Private Policy oder Datenschutzerklärung.“ Diese Links sind jedoch sehr leicht vom Nutzer zu übersehen. Zudem lassen sich die Apps starten, ohne dass der User die jeweiligen Datenschutzregeln zur Kenntnis genommen hat oder diese bestätigt haben muss. Bereits mehrfach hat Facebook mit deutschen Datenschützern Ärger gehabt, insbesondere der Datenschützer von Schleswig-Holstein hat Facebook die Stirn geboten.



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