Newsticker

FDP Landesverbände wollen offenbar Rösler stürzen

Kurz vor dem Dreikönigstreffen der FDP erwägen offenbar mehrere Landesverbände der Partei einen Sonderparteitag, mit dem Ziel den Parteivorsitzenden Philipp Rösler abzulösen. Dies soll für den Fall gelten, dass der derzeitige Parteivorsitzende nach einem schlechten Abschneiden der FDP bei der Landtagswahl in Niedersachsen nicht freiwillig den Rückzug vom Parteivorsitz antritt.

Zwischenzeitlich hat sich auch der ehemalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher gegen Rösler positioniert. Die Landtagswahl in Niedersachsen gilt als Schicksalswahl für die gesamte FDP. Offenbar sollen insbesondere Landesverbände aus Süd- und Ostdeutschland gegen Rösler aufbegehren. Mindestens vier Landesgliederungen der Partei planen offenbar nach dem 20. Januar ein Antrag für einen Sonderparteitag einzureichen.

Sonderparteitag zum Sturz von Rösler?

Laut Satzung der Partei kann ein Sonderparteitag einberufen werden, wenn mindestens vier der 16 Landesverbände dies beantragen. Derweil spricht sich Hans-Dietrich Genscher für einen Parteivorsitzenden Christian Lindner aus. Lindner selbst will sich aber nach eigenen Angaben auf seine Aufgabe in Nordrhein-Westfalen konzentrieren. Aus diesem Grunde hat sich Genscher offenbar für den derzeitigen Fraktionsvorsitzenden der FDP im Bundestag, Rainer Brüderle, als Parteichef und Spitzenkandidat der Partei ausgesprochen.

Christian Lindner soll aber offenbar nach einem eventuellen Rückzug von Rösler als stellvertretender FDP Parteivorsitzender für eine spätere Spitzenposition in der Partei positioniert werden. Offenbar soll Rösler auch als Bundeswirtschaftsminister abgelöst werden. Im Gespräch ist demnach offenbar der Ehrenpräsident des Deutschen Industrie-und Handelskammertages, Ludwig Georg Braun. Derweil gibt es auch vonseiten der Wissenschaft Kritik an Rösler. Der Parteienforscher Jürgen Falter spricht Rösler das Format ab, die FDP zu führen. Falter macht dies daran fest, dass Rösler trotz seiner 39 Jahre wie ein Teenager wirkt und deshalb offenbar von großen Teilen der Partei nicht ernst genommen wird.

Inszeniert Dirk Niebel den Sturz des FDP-Parteivorsitzenden?

Rückendeckung erhält Rösler indes von dem Bundesvorsitzenden der Jungliberalen, Lasse Becker. Dieser kritisierte sowohl Hermann Otto Solms als auch Dirk Niebel, die offen gegen Rösler Position bezogen. Insbesondere Dirk Niebel sprach sich gegenüber verschiedenen Medien dafür aus, dass Rösler durch einen anderen Parteivorsitzenden ersetzt wird. Sich selbst sieht Niebel aber offenbar nicht als geeigneten Kandidaten für diese Tätigkeit an.

Neben Dirk Niebel hat sich unter anderem auch der Fraktionsvorsitzende im schleswig-holsteinischen Landtag, Wolfgang Kubicki bereits mehrfach gegen Rösler ausgesprochen. Derweil sprach sich der ebenfalls aus Schleswig-Holstein stammende Bundestagsabgeordnete, Jürgen Koppelin für Rösler aus. Dieser bezeichnete den derzeitigen FDP-Vorsitzenden als sehr geradlinigen und angenehmen Menschen und als Freund. Das derzeitige Gehabe der FDP offenbart offenbar, wie blank die Nerven angesichts schlechter Umfragewerte sind. Ob Rösler nach diesem Wochenende noch Parteivorsitzender sein wird, bleibt indes abzuwarten.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.