Gesellschaft

Finanzkrise hat die Suizidrate in Europa steigen lassen

Wissenschaftler aus dem Vereinigten Königreich und den USA haben den Link zwischen der Finanzkrise von 2007 und einer steigenden Suizidrate in Europa hergestellt, sie konnten eine Zunahme der Selbstmordrate in neun von zehn untersuchten Staaten nachweisen. Die Ergebnisse wurden im renommierten Medizinmagazin The Lancet nun veröffentlicht. Die Forscher verwendeten dazu nationale Datenerhebungen, die lediglich in 10 der 27 EU-Staaten verfügbar waren. Die Staaten, die untersucht wurden, waren: Österreich, Finnland, Griechenland, Irland, Niederlande, Großbritannien, Tschechien, Ungarn, Litauen und Rumänien.

Wenig überraschend, aber dafür nun wissenschaftlich bewiesen, konnten die Forscher eine Verbindung zwischen steigender Arbeitslosigkeit (im Zuge der Finanzkrise) und vermehrtem Selbstmord nachweisen. Lediglich in Österreich wurden fünf Prozent weniger Selbstmorde (Daten von 2009 im Vergleich zu 2007) verzeichnet werden, in den anderen Staaten stieg die Selbstmordrate. So stieg die Suizidrate um sieben Prozent bei den „alten“ EU-Staaten, in den neuen (seit 2007) Staaten hingegen stieg diese Rate um einen Prozent.

noch weniger überraschend ist die nachgewiesene Tatsache, dass insbesondere die Suizidrate in Irland (Zunahme um 13 %) und vor allem in Griechenland (Zunahme um 17 %!) am deutlichsten zugenommen haben, eben die Staaten, die am meisten von der Finanzkrise betroffen waren und immer noch sind.

Die Forscher schlagen zur Prävention vor, dass die steigende Selbstmordrate durch eine aktive Arbeitsmarktpolitik bekämpft werden solle. So schreiben sie die abnehmende Tendenz in Österreich dem starken Wohlfahrtsstaat zu, obschon auch in Österreich die Arbeitslosigkeit stieg. Doch hier macht Finnland den Ausreisser, obwohl auch hier ein starkes Sozialsystem notleidende Menschen auffangen kann, stieg die Selbstmordrate um fünf Prozent.

Die Forscher wollen nun weitere Untersuchungen über den Zusammenhang von Gesundheit und Arbeitslosenentwicklung für Europa anstellen.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.