Wirtschaft

Finanzkrise: IWF-Direktorin Lagarde fordert gemeinsames Handeln

IWF-Direktorin Christine Lagarde fordert angesichts der sich abzeichnenden Finanzkrise ein gemeinsames und konzentriertes Handeln der Hauptakteure der Weltwirtschaft, insbesondere die älteren Industrienationen werden kritisiert. Lagarde sieht in den Unsicherheiten der Staatsanleihen eine Gefährdung der Kernelemente der Weltwirtschaft und daraus resultierend warnt sie vor sozialen Unruhen. Anlässlich einer Rede im Vorfeld des Jährlichen Treffens der IWF und der Weltbank am morgigen Tag in Washington formulierte sie ihre Forderung in vier „R´s“: reparieren, reformieren, rebalancieren und wiederaufbauen (rebuild).

Für Lagarde wirkt sich die Verunsicherung auf den Finanzmärkten auch unmittelbar auf die reale Wirtschaft aus, Investitionen werden zurückgehalten und deswegen entstünden keine neuen Arbeitsplätze. Insbesondere die USA mit ihrer Staatsverschuldung und die Verunsicherung im Zuge der Euro-Krise sind Gegenstand ihrer Kritik, die allgemeine Verunsicherung würde die Krise eben anheizen. Die Verflechtung im Finanzsektor habe globale Ausmaße und die Verschiebung des Schuldenproblemes würde in Zukunft katastrophale Folgen mit sich nachziehen.

Die Arbeitslosigkeit auf der Welt befinde sich auf einem historischen Hochpunkt, attestierte Lagarde in ihrer Rede. Nicht nur die weniger entwickelten Industrienationen seien davon betroffen, auch in den alteingesessenen Industrien könnte Arbeitslosigkeit soziale Unruhen auslösen. Deswegen fordert sie beim Reparieren einen umsichtigen Umgang zwischen Schuldenabbau und Arbeitsplatzgenerierung, hier müsse die Politik ausbalancierend wirken. Das Zeitfenster zum Handeln sei für die entwickelten Industrien enger als das der aufstrebenden oder kleinen Industrien.

Die gesamte Finanzwelt benötige Reformen, den Blick gelte es auf  eine internationale Bankenaufsicht, auf die dazu notwendigen internationalen Vereinbarungen und den Schutz gewisser „to-important-to-fail“ zu lenken. Gleichzeitig legt sie wert auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Beim Rebalancieren solle der private Sektor mehr in die Verantwortung genommen werden, daneben sollen die Ausgaben der Staaten sinken und der Sparanteil möglichst erhöht werden.

Beim Wiederaufbauen meint Lagarde insbesondere die einkommenschwache Staaten, die zukünftig aufgrund eines noch zu anlegenden Fonds vor den Wirkungen internationaler Finanzkrise besser geschützt werden sollen. Den IWF sieht Lagarde in der Rolle des internationalen Vermittlers, ferner soll der IWF auf drohende Krise hinweisen können. Kurzfristigen Schutz bietet der IWF bei verschuldeten Staaten, damit diese wieder Luft zum handeln hätten. Nach dem jährlichen Treffen des IWF und der Weltbank werden führende Politiker aus den G20 Staaten ab dem 2. November in Cannes sich treffen um die Frage weiter zu diskutieren, wie man eine globale Finanzkrise abwenden könnte.



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