Versicherung & Vorsorge

Finanztest: Riester Rente im Test – Diese Produkte sind empfehlenswert

Die Riester-Rente gerät zunehmend in die Kritik. Von hohen Gebühren ist vielfach die Rede. Diese sollen die Erträge, die im Alter ausgezahlt werden, zum Teil deutlich reduzieren. So kassiert beispielsweise die Barmenia Versicherung von ihren Kunden 16,5 Prozent der jeweils eingenommenen Kundenbeiträge sowie 7,5 Prozent der gewährten staatlichen Zulagen.

Die DEVK nimmt immerhin 10,3 Prozent vom Kundenbeitrag und sogar 9 Prozent vom Kundenbeitrag als Gebühren. Der Vergleich zeigt, dass die Erträge der jeweiligen Riester-Sparverträge durch die einbehaltenen Gebühren seitens der Versicherer zum Teil deutlich geschmälert werden.

Grund genug für die Stiftung Warentest die einzelnen Anbieter von Riester-Sparverträgen einem Test zu unterziehen und zu untersuchen, welche Sparverträge sich für den einzelnen Kunden lohnen und welche nicht. Die Ergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ dargelegt (10/2012).

Staat will mit Riester-Rente Deckungslücke im Alter schließen

Der Staat wollte durch die Einführung der Riester-Rente die Deckungslücke zwischen derzeitigem Gehalt und zukünftig zu erwartender Rente schließen. Die Riester-Sparverträge gewähren je nach monatlichem Beitrag zu den normalen Sparbeiträgen noch staatliche Zulagen. Voraussetzung ist jedoch, dass mindestens 4 Prozent des Bruttogehaltes aus dem Vorjahr in den Riester-Sparvertrag einbezahlt werden.

Höchstens sind dies jedoch bis zu 2100 Euro im Jahr. Die staatliche Förderung beträgt 154 Euro plus 185 Euro für jedes Kind, das vor 2008 geboren wurde. Kinder, die danach geboren wurden, erhalten sogar 300 Euro staatliche Zulage. „Finanztest“ hat als Modellkunden einen ledigen Kinderlosen 37-jährigen Sparer (jeweils Frau und Mann) mit einem Jahresverdienst von 30000 Euro sowie jährlichen Riester-Einzahlungen in Höhe von 1046 Euro plus Zulagen von 154 Euro an Grundzulage genommen.

Verschiedene Kriterien flossen in Testergebnis ein

Als Kriterien des Testes flossen die Rentenzusagen seitens des Versicherers mit 40 Prozent, der Anlageerfolg mit 40 Prozent, die Transparenz mit 10 Prozent sowie die Flexibilität mit 10 Prozent in die Bewertung mit ein. Die besten Versicherungen sind demnach die Riester-Rente der HUK24 (gut, 2,4), die Riester-Renten der Alten Leipziger, Debeka, der Hannoverschen sowie der HanseMerkur. Alle genannten Anbieter wurden mit einem „gut“ bewertet.

Schlecht schnitten hingegen die Riester-Sparverträge der Concordia, der Öffentliche Braunschweig, die Riester-Rente von Neue Leben, Gothaer, Axa, LVM, Barmenia und Generali ab. Alle wurden mit „ausreichend“ bewertet.

Einige Versicherer entzogen sich Testung

Einige Versicherer weigerten sich sogar überhaupt Daten für „Finanztest“ zur Verfügung zu stellen. Darunter fanden sich auch Versicherer wie die Provinzial Rheinland, die Versicherungskammer Bayern, die Aachener Münchener, Continentale, und VGH sowie weitere Unternehmen.

Das Thema Riester-Sparen scheint indes vor allem für die jeweiligen Versicherer eine Goldgrube darzustellen. Durch das Kassieren von Gebühren erhält der Versicherer quasi doppelt Geld, einmal durch das Anlegen der Kundengelder auf dem Finanzmarkt und durch das Kassieren entsprechender Gebühren hierfür sowie für die staatlichen Zulagen und etwaiger als Verwaltungsgebühren bezeichnete Kalkulationsposten. Da es jedoch um die eigene Altersversorgung geht, sollte das Thema Riester-Versicherung nicht auf die leichte Schulter genommen werden.



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