Gesundheit

Forscher entdecken gesundes Spazieren

Einige Forscher der Yonsei University in Südkorea konnten durch eine Langzeitstudie beweisen, dass ein einstündiger Spaziergang im Wald die Funktion des Kreislaufs sowie die Funktion der Lunge signifikant verbessert.

Allerdings konnten die positiven Effekte bei Spaziergängen in der Stadt von einer ebenfalls einstündigen Dauer nicht nachgewiesen werden.

In ihrem wissenschaftlichen Bericht erklären die Forscher, warum das Spazieren im Wald bzw. in der Natur gesünder ist als in der Stadt.

Langzeitstudie der Universität Seoul zum Spazieren

Das Gehen und Laufen sich generell gesundheitlich positiv auf den Kreislauf und die Lungenfunktion auswirkt, müsste jedem Menschen allgemein bekannt sein. Allerdings ist der Erfolg davon abhängig, wo diese Aktivitäten durchgeführt werden. Dies konnten die Wissenschaftler der Universität in Seoul durch eine Langzeitstudie beweisen.

Vor allem bei älteren Frauen, die in einer natürlichen Umgebung ihre Spaziergänge unternommen haben, konnten positive Kurzzeiteffekte nachgewiesen werden. Nach einem einstündigen Waldspaziergang in mäßiger Geschwindigkeit konnten bei anschließenden Untersuchungen eine verbesserte Elastizität der Blutgefäße, ein niedrigerer Blutdruck sowie eine verbesserte Funktion der Lungen festgestellt werden.

Bei den jeweiligen Testpersonen, die für die Dauer einer Stunde in der Stadt spazieren gingen, waren keinerlei Veränderungen messbar oder feststellbar gewesen.

Waldluft wirkt entzündungshemmend und beruhigend

Die Mediziner kamen anhand des Vergleiches der Messwerte letztlich zu dem Schluss, dass es mehr als wahrscheinlich ist, dass die entspannende Atmosphäre in einem Wald sowie die gesunde Waldluft eine beruhigende und entzündungshemmende Wirkung auf Organe im menschlichen Organismus haben muss. Die Ergebnisse der Langzeitstudie wurden von koreanischen Wissenschaftlern in dem Fachjournal „European Journal of Integrative Medicine“ veröffentlicht.

Langzeitstudie zu Kurzzeiteffekten im Wald

Die Untersuchungen der Forscher während der Langzeitstudie beschränkten sich auf die messbaren Folgen im Anschluss an die körperlichen Aktivitäten der freiwilligen Testpersonen. Es wurde gezielt nach Kurzzeiteffekten geforscht. Eventuelle Langzeiteffekte wurden bei der Durchführung der Studie nicht berücksichtigt.

An der Studie in Seoul in Korea nahmen insgesamt 62 Frauen in einem Alter von 60 bis 80 Jahren teil. Die Frauen wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe ging jeweils eine Stunde in einem von ihnen gewählten Tempo entweder eine Stunde in einem Wald beziehungsweise in der Stadt spazieren.

Das Gehen in ihrer gewohnten Schrittgeschwindigkeit brachte die Teilnehmerinnen weder zum Schwitzen, noch wurde die Atemfrequenz beim gemächlichen Gehen erhöht. Jeweils 30 Minuten vor dem Start sowie nach dem Spaziergang wurden von den Ärzten die Elastizität der Arterien, die Blutdruckwerte sowie die Lungenkapazität gemessen.

Neutrale Werte bei Spaziergang in der Stadt

Bei den Frauen, die den einstündigen Spaziergang in der Stadt unternommen hatten, konnten bei den Messwerten keine Veränderungen erkannt werden. Bei der anderen Gruppe (Waldläufer) konnte ein Absinken des Blutdrucks um 10 mm auf der Skala des Messgerätes festgestellt werden.

Ebenfalls wurde eine verbesserte Kapazität der Lungen beim Ausatmen sowie eine Verbesserung der Elastizität der Arterien beobachtet.

Ätherische Öle im Wald als Antioxidantien?

Wodurch diese Veränderungen genau bewirkt wurden, konnten die Mediziner bisher nicht herausfinden. Die Ärzte vermuten daher, dass gewisse Duftstoffe im Wald entzündungshemmend und als Antioxidans wirken. Darüber hinaus können sich die an der Studie beteiligten Mediziner durchaus vorstellen, dass die angenehme Atmosphäre in einem Wald beruhigend auf das autonome Nervensystem wirkt.

Von beiden Faktoren ist und war bereits bekannt, dass sie sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Durch weitere Studien wollen koreanische Wissenschaftler nun herausfinden, ob sich die positiven Auswirkungen von Waldspaziergängen ebenso bei Kindern und Männern verschiedener Altersgruppen auch langfristig erkennen lassen.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.