Gesundheit

Frauen in der Schwangerschaft: neue Medikamentenliste

Patienten mit chronischen Erkrankungen sind in der Regel auf eine permanente Medikamentenversorgung angewiesen. Für Frauen kann dies bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft zum Hindernislauf werden.

Die Berliner Charité und die Techniker Krankenkasse haben jetzt einen Wegweiser durch den Medikamentendschungel erarbeitet und eine neue Liste für Medikamente bei chronisch kranken Frauen mit Schwangerschaftswunsch veröffentlicht.

Medikamente während der Schwangerschaft problematisch

Laut einer kürzlich von Forsa durchgeführten Umfrage begeben sich 27 Prozent der Männer und sogar 35 Prozent der Frauen in Deutschland regelmäßig wegen chronischer Beschwerden zum Arzt. Die meisten dieser Patienten nehmen für ihre Erkrankungen dauerhaft Medikamente ein. Für Frauen mit Kinderwunsch oder in einer Schwangerschaft kann die Frage dieser Medikation zum Problem werden.

Zum einen können einige Medikamente die Erfüllung eines bestehenden Kinderwunsches erschweren. Zum anderen partizipiert das Kind in der Schwangerschaft am Stoffwechsel der Mutter. Trotz verschiedener körpereigener Schutzmechanismen können die Wirkstoffe einiger Medikamente in den kindlichen Organismus gelangen und diesen schädigen.

1500 Medikamente bei Schwangerschaft problematisch

Jede Schwangere steht also vor der Frage der Verträglichkeit ihrer Medikamente während der Schwangerschaft. Ob ein Medikament für Schwangere geeignet ist, können die betroffenen Frauen jetzt in einem speziellen Informationsservice der Techniker Krankenkasse in Kooperation mit der Berliner Charité einfach und verlässlich herausfinden. Dazu gehört auch die Suche nach verträglichen Alternativen zu ungeeigneten Medikamenten.

Die Informationen hat das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité in Berlin zusammengetragen und daraus ein Konzept für chronisch kranke Frauen entwickelt. Für das Gemeinschaftsprojekt haben die Wissenschaftler der renommierten Universitätsklinik eine Liste mit etwa 1500 Medikamenten erstellt, die in der Schwangerschaft möglicherweise kritisch sein können.

Die Auswahl wurde aus den Anfragen zu Medikamenten von den schwangeren Frauen selbst, von Ärzten und von Apothekern getroffen. Für diese 1500 am häufigsten angefragten Medikamente erstellte die Arbeitsgruppe wissenschaftlich fundierte Informationen, die die Krankenkasse in ihrem Beratungsservice verwendet.

Weiße Liste: Arzneimittel ohne Probleme bei Schwangerschaft

Neben den 1500 untersuchten Medikamenten erarbeitete das Institut auch eine weiße Liste von Arzneien für weit verbreitete Erkrankungen. Auf dieser Liste sind die Medikamente versammelt, die laut aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand für schwangere und stillende Frauen akzeptabel sind. Hierunter fallen beispielsweise verschidene Medikamente gegen Allergien, aber auch Migränemittel und Arzneien gegen Depressionen.

Die gesammelten Informationen stellt die Krankenkasse in der persönlichen Beratung und auf ihrer Homepage zur Verfügung. So haben Frauen heute eine Möglichkeit mehr, sichere und verlässliche Informationen zu erhalten, um sich gesund zu erhalten und ihr ungeborenes Kind zu schützen.



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