Gesellschaft

Frauenrechte Saudi-Arabien: Najla Hariri, erste Autofahrerin vor Gericht

Die erste Menschenrechtsaktivistin, Najla Hariri, die offen das Fahrverbot für Frauen in Saudi-Arabien boykottiert hat und trotz Androhungen gesetzlicher Strafen offen Auto gefahren ist, muss sich nun vor einem Gericht in Saudi-Arabien für ihre „Untat“ verantwortlichen. Die Staatsanwaltschaft in Dschidda (Provinz Mekka) hat das Verfahren am selben Tag verkündet, wie König Abdullah die Teilnahme von Frauen für die nächsten Wahlen 2015 bekannt gab.

Wie die arabische Nachrichtenagentur Arabnews berichtet, ist Hariri eine Aktivistin der Bewegung Women2Drive. Diese Bewegung, deren Teilnehmer nicht nur weiblichen Geschlechts sind,  ruft Frauen in Saudi-Arabien auf offen Auto zu fahren. In Saudi-Arabien unterstehen Frauen der gesetzlichen Vormundschaft von Männern, sie dürfen gar ohne männliche Begleitung das Haus nicht verlassen, geschweige denn Auto fahren. Doch längst sprengt die Realität dieses enge Korsett, welches sich zwar auf die Scharia beruft, so aber nicht religiös vorgeschrieben wird. Inzwischen stellen Frauen die Mehrheit der Studierenden und der Graduierten dar, längst gibt es praktizierende Ärztinnen oder Firmeneigentümerinnen, mit einer strikt angewandten Geschlechtertrennung.

Bislang hatten die Behörden autofahrende Frauen gewissenhaft übersehen, die Anklage gegen Hariri könnte aber den Auftakt für weitere Prozesse darstellen. Sie wurde vorläufig am 24. August festgenommen, weil sie im Auto „erwischt“ wurde, doch am selben Tag wurde sie entlassen. Die Verhandlung soll im Oktober folgen und wird von Gegnern und Befürwortern der Öffnung der Frauenrechte beobachtet, der Anwalt von Hariri, Rayan Mufti, steht im direkten Kontakt mit der Kampagne.



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