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Freenet: E-Mail-Desaster und die wirtschaftlichen Folgen

Bereits mehrfach hatte Asentanews sich dem Internetprovider Freenet gewidmet. Insbesondere die E-Mail-Sparte des Unternehmens sorgt mittlerweile nahezu täglich für mehr oder weniger lange und deutliche Störungen. Seit einigen Tagen häufen sich die Störungen wieder. Dies geht aus Kundenberichten in diversen Foren hervor. Asentanews hatte sich in der Vergangenheit bereits mit der Presseabteilung des Unternehmens in Verbindung gesetzt. Das Unternehmen versprach damals Abhilfe und ein Upgrade beziehungsweise einen möglichen Serveraustausch vornehmen, zu wollen. Allem Anschein nach scheinen der Aussage bis dato jedoch keinerlei Taten gefolgt zu sein.

E-Mails über Stunden nicht abrufbar

In den letzten Tagen können E-Mails teilweise über Stunden weder über das E-Mail-Portal von Freenet noch über Outlook oder Thunderbird beziehungsweise Evolution abgerufen werden. Vielfach erscheint die Fehlermeldung „Timeout, keine Verbindung zum Server mx freenet möglich“. Dieser Zustand hält dann oftmals mehrere Stunden am Tag an. Insbesondere zahlende E-Mail-Kunden dürften durch die andauernden Beschwerden mittlerweile das Recht erwirken, entweder Schadensersatz vom Unternehmen zu verlangen oder aber die Zahlung zu verweigern, da es sich nicht um eine vorübergehende Störung, sondern um eine dauerhafte Störung in Intervallen handelt.
Zudem dürften insbesondere betrieblichen Kunden auch etwaige, im Zusammenhang mit der Störung stehende Verdienstausfälle zulasten von Freenet gehen, sofern sich die Kunden auf einen Rechtsstreit einlassen.

Imageschädigung: Schlecker macht es vor

In jedem Fall dürfte aber das Image von Freenet dauerhaft beschädigt sein. Daraus können auch Verdienstausfälle im Werbebereich der Freenet-Homepage resultieren. Langfristig dürfte insgesamt auch die gesamte Einnahmesituation zurückgehen. Was passiert, wenn ein Unternehmensimage dauerhaft beschädigt ist, musste kürzlich erst Schlecker feststellen. Derzeit liegt die Freenet Aktie zwar oberhalb der 10 Euro-Marke, allerdings ist so manche angeblich lukrative Investition am Ende wie eine Seifenblase zerplatzt. Dies kann letztlich auf lange Sicht auch mit Freenet passieren, wenn das Unternehmen nicht endlich aktiv an der E-Mail-Problematik arbeitet. Dies gilt selbst für den Fall, dass der E-Mail-Bereich ein zu vernachlässigender Einnahmebereich des Unternehmens ist. Diese mögliche Sichtweise ist jedoch zu kurz gegriffen, da E-Mail-Verkehr heute zur Grundlage der Online-Kommunikation dient. Insofern dürften Kunden langfristig andere Anbieter wählen, wenn die Basics eines Unternehmens nicht funktionieren. Freenet wirbt mit dem Slogan „E-Mail ist da, wo Du bist“. Der Werbeslogan ist geradezu genial gewählt und birgt Potenzial für viele Neukunden. Allerdings sind die Kunden derzeit zuhause oder im Büro und die Mails auf den Freenet-Servern und insofern nicht da, wo „Du bist“. Insofern dürften die Kunden diesen Slogan vielfach derzeit geradezu als Provokation empfinden.



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