Gesellschaft

Freiheit für Yvonne! Eine Kuh auf Freiheitspfaden

Kühe sind intelligente Tiere, auch wenn das idyllische Bild einer kauenden Kuh auf der Wiese dies nicht widergibt. Umso mehr bestätigt die entlaufene Kuh Yvonne diese These, sie ist allen Bemühungen zum Trotz noch auf freiem Fuß (oder besser Hufe), sie entgeht allen Fangversuchen und seit dem 24. Mai befindet sich Yvonne, die eigentlich auf einem Bauernhof in Bayern gemästet werden und abgepackt in Stücken im Supermarkt landen sollte, auf der Flucht. Trotz intensiver Anstrengungen konnte der Mensch, die Krone der Schöpfung, die freiheitsliebende Yvonne nicht einfangen. 

Schnell breiteten sich Sorgen aus, was wenn die Kuh mit einem Kampfgewicht von bis zu 800 Kilogramm auf die Straße und dann gegen ein Auto stoßen würde? Denn nichts in Deutschland scheint heiliger als auf der Straße mit dem eigenen PKW eine freie Fahrt genießen zu dürfen. Deswegen wurde schon eine Abschussgenehmigung erteilt, die zum Glück am 26. August wieder verworfen wurde, dank der Bemühungen von Tierschützern. Aber auch diese Tierschützer müssen in die Röhre schauen, sie wollten der Kuh ein scheinbar sorgenfreies Leben auf einem Gnadenhof besorgen, doch Yvonne pfeift anscheinend auf die vermeintlich gute Tat und genießt stattdessen ihre Freiheit irgendwo in den Wäldern in Taubental im wilden Bayern.

Am 29. Juli stieß sie beinahe auf der Straße mit einem Polizeiwagen zusammen, kurz darauf wurde die Schussgenehmigung erteilt. Doch seitdem meidet Yvonne die Straße, ein weiterer Beweis ihrer Intelligenz? Der ehemalige Besitzer beschreibt ein mögliches Gefahrenpotential, wenn man sie zu sehr bedrängen würde, könnte sie gefährlich werden!? Eine eskalierende und blutrünstige Kuh? Ein Tier das sich wehrt wenn es sich bedroht fühlt? Ein Unding in der Gedankenwelt von Landwirten, die Orwells „Animal Farm“ als Horrorgeschichte auffassen müssen! Doch eine Gefahr besteht wirklich, wenn nämlich die immense Masse gegen ein fahrendes Auto stossen würde. Doch in der Ortschaft wo Yvonne vermutet wird, wurden am Straßenrand Zäune aufgestellt, die Höchstgeschwindigkeit im Verkehr wurde auf 30 KM/h gedrosselt.

Auch Fangversuche waren bislang vergeblich, so wollte man den Herdeninstinkt von Yvonne wecken und hat dazu mehrere Kollaborateure, also andere Rindtiere, abgestellt die Yvonne aus dem Wald locken sollten. Yvonne kam auch, aber nur in der Nacht, frühmorgens war sie verschwunden. Anscheinend hat Yvonne ihren Rhythmus geändert, sie schläft tagsüber und trinkt und weidet in der Nacht, so wie es einst Wildrinder vormachten. Auch nichttödlichen Fallen entging sie, selbst ein Helikopter mit Wärmebildkamera sucht vergeblich nach ihr.

Nach Meinung von Experten würde Yvonne, zwar intelligent aber immer noch ein Herdentier, irgendwann aus dem Wald kommen, spätestens im Herbst, wenn sie kein Futter mehr fände. Oder sie kommt dann heraus, wenn sie einen Blick auf ihre eigene Facebook-Gruppe (27.637 gefällt diese) werfen wollte, aber herrje, wir vergaßen, sie ist ja intelligent und genießt lieber die Freiheit im Wald statt vor dem Bildschirm. Auch ein Kopfgeld, mia samma jo im wuidn Bajern, von 10.000 Euro führte bislang nicht zu ihrer Entdeckung.

Deswegen fordern wir von AsentaNews: Freiheit für Yvonne! Lasst doch die Kuh in Ruhe, ok, ein „Problembär“ Bruno mag ja erschreckend wirken und deswegen muss man halt den ersten Wildbär im deutschen Wald nach seiner Ausrottung auch unbedingt abknallen (wie machen es nur die Kanadier, Russen usw. mit ihren „Problembären“?), aber eine Kuh? Eine weitere Befürchtung ist die, dass Yvonne sich eine Krankheit einfangen könnte; wir wetten, sie ist noch so vollgepumpt mit Antibiotika von ihrem Vorbesitzer, dass sie so schnell nicht erkranken kann. Und das Tiere auch mal erkranken könnten, dass mag der Wohlstandseuropäer nicht, dann lieber in Zellophan eingepackt in der TK-Abteilung im Supermarkt. Soviel Freiheitswille wünschte man seinen Mitmenschen, deswegen muss Yvonne frei bleiben, damit sie als Vorbild für den Homo sapiens dienen kann!



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