Wissenschaft

Fukushima: Cäsium im Viehfutter

Nachdem in der japanischen Hauptstadt Tokio Cäsium im Rindfleisch aufgefunden wurde, haben Wissenschaftler die Ursache hierfür gesucht, dabei sind sie auf radioaktiv verseuchtes Viehfutter in der Präfektur Fukushima gestoßen. In den Fokus ist dabei eine Farm in Minamisoma gerückt, hier wurde Cäsium in erhöhten Werten in Futtermittel und im Wasser nachgewiesen. Zudem wurden weitere elf Rinder auf Cäsium positiv getestet. Im Futterheu wurden Werte von 11.000 Becquerel pro Kilo nachgewiesen, im Fleisch der betroffenen Tiere wurde immer noch 3200 Becquerel nachgewiesen. Der offizielle Grenzwert wird mit 500 Becquerel pro Kilo angegeben, das betroffene Fleisch sei nicht in den Handel gelangt, so die Verantwortlichen vor Ort. nach dem Super-Gau von Fukushima, ausgelöst durch das Erdbeben und dem Tsunami vom 11. März diesen Jahres, wird immer deutlicher, dass die radioaktive Last Japan weiterhin im Griff hat.

Weitere Überprüfungen sollen sicherstellen, dass kein Cäsium-belastetes Fleisch den Endkonsumenten erreicht. Nach Angaben des betreibenden Farmers sei das Futtermittel außerhalb von Fukushima herangebracht worden, das Wasser stamme aber direkt aus dem Bestand der Farm. Derweil bestätigt die Tokioter Stadtverwaltung, dass neben den genannten elf Rindtieren weitere zehn ausfindig gemacht wurden, die ebenfalls mit Cäsium belastet waren. Die Landschaft rund um das AKW Fukushima gilt als Kornkammer im ansonsten recht kargen Japan. Sorgen bereitet das Fleisch von sechs Tieren aus der Farm, die schon geschlachtet wurde, welches nun abgepackt in die Supermärkte gelangte. Hier will man das Fleisch noch ausfindig machen.

Derweil hat die Stadt Minamisoma (knapp 70.000 Einwohner) angefangen, ihre Bewohner auf radioaktive Kontamination zu untersuchen. Die Stadt liegt ziemlich genau 20 Kilometer von AKW Fukushima entfernt, also genau an der Grenze zur errichteten Sperrzone. Die großflächige Untersuchung wurde angestoßen, als man bei Einzelmessungen auf  Werte von 20 Millisievert bei Menschen gestoßen ist. Offiziell gilt hier ein Grenzwert von einem Millisievert pro Jahr. Somit sollen 7000 Bewohner, vornehmlich Kinder und Ältere, auf eine mögliche Kontamination untersucht werden.

Am Sonntag wurde die Zahl der Toten und der Vermissten mit 20.891 Menschen angegeben, die im Zuge des Erdbebens und des Tsunamis vom 11. März umkamen oder immer noch als vermisst gelten. In 15. 547 Fällen gehen die japanischen Behörden als gesichert gestorben aus, 5344 Menschen gelten immer noch als vermisst. Diese Zahlen werden nicht weiter ansteigen, so die örtliche Polizei.



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