Wissenschaft

Fukushima: Riesenzelt soll Atomruine abdecken

Der Betreiber des havarierten AKW Fukushima I, TEPCO, hat nun angekündigt, ein Riesenzelt über die Atomruine von Fukushima ausbreiten zu wollen und somit diese von der Umwelt abzuschirmen. Die große Hoffnung besteht darin, das radioaktive Staubpartikel nicht in die Umwelt gelangen. Schon zuvor wurde großflächig Kunstharz versprüht, um die Partikel an Ort festzuhalten. Zudem wurde zum Meer hin eine Stahlbarriere errichtet, womit ein Abfluss des hochradioaktiven Wassers verhindert werden soll. Trotz aller Bemühungen tritt immer noch Radioaktivität aus der Atomruine aus.

Das Riesenzelt soll eine vorläufige Lösung darstellen, vorerst soll dieses erst einmal den Reaktor 1 abdecken, der in den Tagen nach dem Tsunami vom 11. März explodierte. Die Vorbereitung zur Errichtung des Zeltes wurden diese Wochen getroffen. Bislang konnte keine derartige Abdeckung errichtet werden, weil die Strahlung zu gefährlich für Baumaßnahmen dieser Art war. Die Höhe des Zeltes soll 54 Meter betragen, die Breite wird mit 47 Metern angegeben. Das Zelt wird durch ein Stahlrahmen stabilisiert. Noch am Anfang diesen Monats wurde am Reaktorgebäude 1 ein Abflussrohr mit der höchsten gemessenen Strahlung in Fukushima (10.000 Millisievert pro Stunde!) versiegelt.

Das Zelt soll nach oben hin geöffnet werden können, falls sich erneut ein Druck im zerstörten Reaktorgebäude bildet. Falls die Vorgehensweise mit dem Zelt sich als erfolgreich erweisen sollte, werden die Reaktoren 2,3 und 4 ebenfalls mit einem Zelt abgedichtet. Der Aufbau des Riesenzeltes soll bis Oktober fertiggestellt werden.

Aktuelle Situation AKW Fukushima-Daiichi

Betreiber Tepco wurde in jüngster Vergangenheit wegen der mangelnden oder verharmlosenden Informationspolitik kritisiert, inzwischen erstattet Tepco auf der eigenen Webseite täglich Bericht über die Situation auf dem Gelände der Atomruine. Inzwischen sind alle sechs Reaktorblöcke heruntergefahren, am Reaktorblock 1 wird seit dem 10. August das Stahlgerüst für das Zelt errichtet. Ein Notkühlsystem wurde für die Blöcke 1,2 und 3 errichtet, ebenso für die naheliegenden Abklingbecken mit den verbrauchten Brennstäben. Reaktorgebäude 4 scheint keinen Ausfall des eigentlichen Kühlsystems erfahren zu haben. Das radioaktiv verseuchte Wasser, dass durch leckende Rohre durchsickert, sammelt sich weiterhin in den Keller, wird aber abgepumpt und in separate Tanks gesammelt. Eine Wasser-Dekontaminierungsanlage arbeitet seit dem 6. Juli und verarbeitet einen Teil des anfallenden Wassers direkt auf dem Gelände, leider nicht in der menge wie ursprünglich geplant. Die Betonpumpen, die einst die Reaktoren von Außen kühlen mussten, werden inzwischen nicht mehr benötigt. Ein abschließender Sarkophag, wie in Tschernobyl, scheint unumgänglich. Die Auswirkungen, die wirklichen Ausmaße, der Zerstörung und der Kontamination werden Japan auf Jahrzehnte belasten, so viel steht leider nun mal fest.



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