Wissenschaft

Fund von Radioaktivität in Tokio nicht von Fukushima

Der Fund eines so genannten Hotspots, also einer Ansammlung erhöhter Radioaktivität auf einer begrenzten Fläche, am Donnerstag in Tokio hat die Frage aufgeworfen, ob diese Radioaktivität aus dem Fallout des havarierten AKW Fukushima I vom 11. März 2011 stammen könnte. Doch Experten verneinen diese Frage, das aufgefundene Radium-Isotop 226 komme schlicht in Kernkraftwerken nicht vor. Aufgefunden wurde die erhöhte Radioaktivität im Stadtbezirk von Setagaya in Tokio.

Der Bürgermeister von Setagaya (in Tokio haben die 23 Stadtbezirke ihre Bürgermeister) Nobuto Hosaka erklärte vor Journalisten, dass die gemessene Radioaktivität in einem Privathaus aufgefunden wurde, der hölzerne Zaun emittiere die Radioaktivität, ferner befänden sich im Keller mehrere Flaschen, die auf dem Geigerzähler ebenfalls ausschlagen würden. Trotz sofortiger Einleitung von Untersuchungen ist die Herkunft des radioaktiven Materials bislang nicht geklärt, wiewohl die Untersuchungen anhalten. Der Fund löste ein Medienecho in Japan aus. Die Bewohner stellten sich die Frage, ob die Nuklearkatastrophe von Fukushima 200 Kilometer weit entfernt einen Hotspot verursachen könnte, mitten in der Millionenmetropole Tokio.

Doch Professor Masahiro Fukushi aus der Universität Tokio, ein Strahlungsexperte, kommt zum Ergebnis, dass diese Radioaktivität nicht aus Fukushima stammen könne. Das aufgefundene Isotop Radium 226 komme nicht mal als Spaltprodukt in den Kernkraftwerken vor, vielmehr könne dieser Hotspot eine natürliche Ursache haben, so kommt Radium 226 auch in natürlichen Wasserquellen vor. Die Verstrahlung liege unter dem gesetzlichen Grenzwert für die Evakuierung der Bevölkerung in Japan, doch die Gegend ist stark bevölkert und die Strahlung bemisst sich immerhin auf 14,2 bis 17,6 Millisievert pro Jahr. Ab 20 Millisievert pro Jahr sind die Behörden angehalten die Gegend zu evakuieren. Woher die Strahlung nun stammt, müssen die Experten noch nachvollziehen, definitiv käme die Strahlung nicht aus Fukushima.



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