Versicherung & Vorsorge

Gebäudeversicherung: 2013 viele Beitragsanpassungen

Weil viele Gebäudeversicherer zuletzt hohe Schäden zu beklagen hatten und zudem in den letzten Jahren einen regelrechten Preiskampf geführt hatten, müssen viele Versicherte mit höheren Beiträgen im neuen Jahr rechnen. Versicherte, die in den nächsten Tagen von ihrem Gebäudeversicherer Post erhalten, wird in diesem Brief für das nächste Jahr eine Beitragserhöhung angekündigt.

Betroffenen Kunden erwächst hieraus jedoch ein Sonderkündigungsrecht. Neben der Sparkassenversicherung Stuttgart zählt auch die Allianz zum Marktführer bei den Gebäudeversicherungen in Deutschland. Beide Versicherer heben ihre Beiträge für die rund 700.000 Verträge im Durchschnitt um 13 Prozent an.

Viele Versicherer verbuchen für den Bereich der Gebäudeversicherung keine Gewinne

Ähnlich wie die Provinzial-Versicherung gehört auch die Sparkassenversicherung zu den öffentlich-rechtlichen Versicherern. Die entsprechenden Gesellschaften verkaufen Ihre Produkte nur in bestimmte Regionen und gehören aus diesem Grunde in den entsprechenden Regionen zu den Marktführern im Bereich der Gebäudeversicherung.

Eine Sprecherin der Sparkassenversicherung teilte gegenüber der Presse mit, dass ihr Unternehmen im Bereich der Gebäudeversicherung keine Gewinne verbuchen würde. Auch der Konkurrenz geht es offenbar nicht besser. Ebenso wie die Sparkassenversicherung will auch die Ergo-Versicherung die Beiträge anheben.

Hiervon sind rund 160.000 Bestandskunden betroffen. Darunter fallen auch viele der ursprünglich bei der Victoria-Versicherung sowie der Hamburg-Mannheimer abgeschlossenen Verträge. Die Allianz erhöht ebenfalls zum Januar 2013 ihre Beiträge, will aber zu der genauen Preisgestaltung nichts sagen. Demgegenüber teilte ein Sprecher der Provinzial Rheinland mit, dass das Unternehmen ein unauffälliges Schadensjahr hinter sich habe und aus diesem Grunde keine Beitragsanpassungen im neuen Jahr vornehmen werde.

Naturkatastrophen machen zunehmend zu schaffen

Vielen Versicherern machen die zunehmenden Naturkatastrophen hart zu schaffen. Jedoch sind nicht nur die zu ersetzenden Schäden ein Grund für die Verluste, sondern die eigene Preisgestaltung und damit der Konkurrenzkampf der Versicherer untereinander spielen ebenso eine Rolle. Dies gilt deshalb, weil die Gebäudeversicherung vielfach als Aufhänger für den Verkauf weiterer Produkte gilt und insofern im Endeffekt ein großes Geschäft für den Gesamtversicherungsmarkt darstellt.

Nach Ankündigung der Beitragserhöhung haben Kunden ein Sonderkündigungsrecht

In diesem Zusammenhang gilt es zu beachten, dass Versicherer, die eine Beitragserhöhung ankündigen, ihre Kunden auf das daraus resultierende Sonderkündigungsrecht hinweisen müssen. Erfolgt dies nicht, so ist die Beitragserhöhung unwirksam. Erhalten Kunden eine angekündigte Beitragserhöhung, so können diese innerhalb von vier Wochen den Versicherungsvertrag kündigen.

Einige Versicherer gewähren den Kunden aber auch eine Kündigungsfrist von sechs Wochen. Wie sich das Markt-Segment der Gebäudeversicherung zukünftig entwickeln wird, hängt nicht zuletzt davon ab, wie sich die Naturkatastrophen und ihre verursachten Schäden in der nahen Zukunft entwickeln werden.

Durch den Klimawandel könnte es in den nächsten Jahren zu Extremwetterlagen kommen, die auch den Gebäudeversicherungen zu schaffen machen. Weitere Beitragssteigerungen können daraus resultieren. Deshalb verwundert es auch nicht, dass gerade Rückversicherer wie Munich Re, zu der auch der Ergo-Konzern gehört, zu mehr Umweltschutzmaßnahmen aufrufen.



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