Gesundheit

Gefährlich? – die Anti-Baby-Pille oder „Pille danach“

Die Diskussionen laufen gerade heiß. In Ländern wie England, Frankreich und der Schweiz ist die Anti-Baby-Pille, die sogenannte „Pille danach“, frei verkäuflich, das heißt auch ohne Vorlage eines Rezeptes.

Nunmehr hat sich auch der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht für die rezeptfreie Abgabe der „Pille danach“ ausgesprochen.

Die Begründung liegt gemäß dem Institut auf der Hand: So hat die Bewertung keinerlei medizinische Argumente ergeben, die zwingend gegen eine Entlassung aus der Rezeptpflicht sprechen würden. Dies hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn mitgeteilt.

„Pille danach“ ohne Rezept frei verkäuflich

In einigen Ländern ist es üblich, dass die „Pille danach“ ohne Rezept frei verkäuflich ist. Dies soll auch bald in Deutschland der Fall sein, so dass es mit Ländern wie England oder Frankreich auf einer Ebene steht. Dabei muss das Bundesgesundheitsministerium der Empfehlung des Expertengremiums folgen. Dies muss aber nicht zwingend der Fall sein.

Gefahren der Anti-Baby-Pille danach

Ein Gynäkologe des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V. bestätigte, dass die „Pille danach“ keinesfalls gefährlich ist, aber dennoch enorme Nebenwirkungen haben kann. 20 Prozent der Frauen leiden unter Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit. Des Weiteren gibt es bis zu 12 Prozent der Patientinnen, die unter Erbrechen und Durchfall leiden. Auch sollten Frauen, die das Risiko zur Thrombose haben, auf die „Pille danach“ verzichten. Stattdessen sollte hier die sogenannte „Spirale danach“ verwendet werden.

Beachtenswertes bei der Einnahme

Weiterhin warnen Experten davor, dass die Wirkungsschwäche des Medikaments mit dem Wirkstoff Levonorgestrel (auch: LNG) als Argument gegen die Freigabe angegeben werden kann. So ist die „Pille danach“ mit dem Wirkstoff LNG nur halb so wirkungsvoll im Gegensatz zu dem Wirkstoff Ulipristal (UPA). Dies würde aber automatisch nicht mehr angewandt werden, wenn LNG freigegeben werden würde.

Seit 2009 wird nunmehr die „Pille danach“ mit dem Wirkstoff Ulipristal UPA präpariert. Er verhindert oder verzögert ebenfalls den Eisprung und wahrscheinlich auch das Einnisten einer befruchteten Eizelle. Diese neue „Pille danach“ kann sogar bis zum fünften Tag nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen werden.

Die Anti-Baby-Pille, die lediglich mit dem Wirkstoff Levonorgestrel angereichert ist, muss dagegen spätestens drei Tage nach dem ungeschützten Sex eingenommen werden. Auch dürfen dieses Präparat nur Frauen verwenden, die höchsten 75 Kilo wiegen. UPA wirkt dagegen bei Frauen bis 95 Kilo.

Fehler bei der Einnahme

Im schlimmsten Falle kann die „Pille danach“ falsch eingenommen werden, wenn man sich keinen ärztlichen Rat holt und die Frau oder das Mädchen schwanger werden. Je früher man die Pille danach einnimmt, umso besser wirkt sie auch. Beachtenswert ist aber unter anderem, dass bestimmte Arzneimittel die Wirksamkeit der Pille verringern oder gar aufheben. Hierzu zählen unter anderem gewisse Antibiotika, Antidepressiva und johanniskrauthaltige Medikamente.

Auch verweisen die Experten darauf, dass die Schwangerschaftsabbruch-Zahlen in Ländern, in denen die „Pille danach“ frei verkäuflich ist, wesentlich höher sind, als beispielsweise in Deutschland.

Auch viele Mädchen und junge Frauen selber sprechen sich gegen die Freigabe aus. Sie sehen hierin noch einmal einen Anreiz auf Verhütung zu achten, wenn man die Pille danach nicht rezeptfrei erlangt. So besteht die Gefahr, dass mehr Frauen ungeschützten Sex haben und sich somit auch Krankheiten ausbreiten können.



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