Gesundheit

Gefahren in Kaffee entdeckt

Kaffee ist nicht gleich Kaffee – jeder Kaffeekenner weiß es aus eigener Erfahrung, doch nun gibt es auch handfeste Beweise. Im Rahmen einer ARD Sendung wurden verschiedene Kaffeemarken im Labor untersucht und nicht nur Verunreinigungen, sondern auch Unmengen an schädlichen Zusatzstoffen gefunden.

 

Tierknochen in Kaffeepackung gefunden

In Hilden in Nordrhein Westfalen wurden im Januar in einer Packung Kaffeebohnen der Melitta-Marke „Bella Crema“ Überreste von tierischen Knochen gefunden. Wie die „Neue Westfälische“ auf ihrer Website berichtet, handelt es sich laut Untersuchungen des Verbraucherschutzamtes  bei den gefunden Knochen um die einer Ratte oder Maus.

Im Röstkaffee nur 89 Prozent echter Kaffee

Angeregt durch den Vorfall in Hilden beauftragte die ARD Prof. Jürgen Zapp vom Institut für Lebensmitteltechnologie Nordrhein-Westfahlen verschiedene Kaffees und abgepackte Kaffeemischungen wie Cappuccino oder Café au lait im Labor zu untersuchen. Bereits ohne Mikroskop erscheinen einige der begutachtete Röstkaffees etwas verdächtig. Wie sich beispielsweise auf der Rückseite der Verpackung des Eduscho-Röstkaffees erkennen lässt, besteht der Inhalt nur zu 89 Prozent aus echtem Kaffee. Den Rest bilden die Zusatzstoffe Maltodextrin und Karamell.

Karamellpulver als Streckmittel

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb die Hersteller Zusatzstoffe in ihren Produkten verwenden. Zum Einen dient das Karamellpulver, das in der Gewinnung deutlich günstiger ist als Röstkaffee, zum Strecken und überdeckt den bitteren Geschmack des Kaffees ein wenig.

Gestreckter Kaffee, um Kaffeesteuer zu sparen

Zum Anderen spart es Geld, denn je weniger echten Kaffee ein Produkt enthält, desto geringer ist die zu zahlende Kaffeesteuer, weiß Gerd Plinz von Hauptzollamt Köln. „Für 1 Kilo Röstkaffee werden 2,19 Euro fällig. Haben Sie eine kaffeehaltige Ware mit 90 Prozent Kaffee, dann müssen Sie nur 1,76 Euro Kaffeesteuer zahlen.“

Café au lait aus der Dose

Café au lait, oder hierzulande auch als Milchkaffee bezeichnet, besteht nach klassischer Zubereitungsart zu 50 Prozent aus Kaffee und zu 50 Prozent aus Milch. Viele Hersteller von fertigen Milchkaffeemischungen verwenden deutlich sparsamere Verhältnisse. Eins der untersuchten Produkte enthielt sogar nur 6,5 Prozent löslichen Bohnenkaffee, wie kleingedruckt auf der Rückseite der Verpackung zu erkennen ist. Das aufgebrühte Produkt enthält folglich nur noch einen Hauch an Kaffeearoma.

Cappuccino mit 12 Zutaten

Ähnlich wie beim Milchkaffee besteht auch ein klassicher Cappuccino aus nur zwei Zutaten: Espresso und aufgeschäumter Milch. Die Laboranalysen der untersuchten Cappuccino-Mischungen ergeben jedoch deutlich größere Mengen an Zusatzstoffen als an eigentlichen Kaffee: Neben Zucker, Glukosesirup und Süßmolkepulver sind ebenfalls Maltodextrin, gehärtetes Fett, Gerstenextrakt, entöltes Kakaopulver, Salz, Kaliumphosphat, Xanthan oder Kalciumphosphat in den Produkten zu finden. Und das alles, um aus dem Pulver einen möglichst authentischen Milchschaum zu gewinnen. Der Hersteller Mellita sieht hierbei kein Problem und erklärt: „Der Verbraucher entscheidet sich beim Kauf bewusst für den süßen Schaum und die einfache Zubereitungsart.“ Wer einen klassischen reinen Cappuccino bevorzug, der muss sich diesen also selbst zubereiten.

Rote Flagge bei „Serviervorschlag“ und „Typ“

Viele Kaffeehersteller distanzieren bereits selbst von den durch die Bildern auf der Verpackung suggerierten Kaffee-Versprechen, indem sie Worte wie „Serviervorschlag“ und „Typ Cappuccino“ in die Beschreibung aufnehmen.



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