Wissenschaft

Geheimnis von Massagen geknackt?

Seit jeher wissen Menschen, das Massagen helfen können Schmerzen zu lindern und die Regenerationsfähigkeit von Muskelzellen  stärken, doch wie genau der Wirkmechanismus aussieht, blieb bislang ein ungeknacktes Geheimnis. Dies könnte sich geändert haben, denn der Forscher Mark Tarnopolsky aus der McMaster University in Hamilton/Kanada hat die Wirkungsweise von Massagen einmal genauer unter die Lupe genommen. Tarnopolsky war selber ein Skeptiker, bis er einen Wasserski-Unfall erlitt und Massagen verschrieben bekommen hat. Als er merkte, dass diese wirklich halfen die Schmerzen zu lindern, ging er bei und untersuchte Massagen. Das erstaunliche dabei; das Geheimnis besteht in der DNA. Sein Bericht wurde nun im Fachmagazin Science veröffentlicht.

Radeln im Auftrag der Wissenschaft

Bislang nahmen Forscher an, dass durch den Druck der Massage Milchsäure oder Lymphflüssigkeit „weggedrückt“ wurden, und das dies genau dem Heilungsprozess dienlich sei. Dank Tarnopolsky hat man aber nun einen Link auf die DNA. Zur Untersuchung mussten elf Probanden auf Fitnessrädern so lange radeln, bis die Muskeln „brannten“. Anschließend wurde jeweils nur ein Bein massiert, gleichzeitig wurden vor dem Training, zehn Minuten nach Trainingsende und dann nochmal drei Stunden später Muskelproben aus dem Oberschenkeln entnommen und untersucht. Dabei stellten die Forscher erwartungsgemäß fest, dass mehr Reperaturproteine nach dem Training vorhanden waren als zuvor. Überraschend war hingegen, dass in den massierten Beinen 30 % mehr an so genannten PGC-1alpha Proteinen (Peroxisome proliferator-activated receptor gamma coactivator 1-alpha) vorhanden war, als in den nichtmassierten Beinen. Dieses Protein wird direkt am so genannten PPARGC1A-Gen gebildet, wohlgemerkt in den menschlichen Kraftzellen der so genannten Mitochondrien. Gleichzeitig wurden verminderte Werte an so genannten NF-κB Proteinen aufgefunden, diese stehen im Zusammenhang mit Entzündungen.

Massagen regen/hemmen Proteinbildung (an)

Anders als in bisherigen Annahmen konnte man keine Abnahme von Laktat-Werten durch Massagen feststellen. Vielmehr rege die Massage die Bildung dieser speziellen Proteine an, so Tarnopolsky. Gleichzeitig werden die entzündungsauslösenden Proteine in der Produktion gehemmt. Ob diese Erkenntnisse generalisierbar sind, wird angezweifelt. Zum einem ist die Anzahl von Probanden sehr gering gewesen, zudem gleicht keine Massage der anderen, die Reproduzierbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse wird dadurch erschwert. Weitere Studien sollen folgen, eine klinische Therapie könnte aber entwickelt werden. So bleibt das Geheimnis der Massagen, oder deren Wirkweise, nicht ganz entschlüsselt.

 



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