Wissenschaft

Gehirnerschütterung kann im späteren Leben Demenz auslösen

Zwei Studien legen die Vermutung nahe, dass Verletzungen des Gehirns, wie Gehirnerschütterungen, im späteren Verlauf des Lebens zu Hirnkrankheiten, wie Demenz oder Alzheimer, führen können. Die erste Studie befasste sich mit Kopfverletzungen von Kriegsveteranen, die Zweite wertete Daten von ehemaligen Profifußballspielern aus. Demnach könnten kleinere Verletzungen das Gehirn anfälliger machen für schwere Gehirnerkrankungen.

In der ersten Studie wurden über 280.000 Veteranen, die älter waren als 55 Jahre, untersucht, die eine Kopfverletzung aufweisen konnten. Der Grad der Verletzung, also ob eine leichte Gehirnerschütterung oder gleich ein Kopfschuss, war unerheblich. Solche, die eine Kopfverletzung aufweisen konnten, hatten eine doppelt so hohe Gefahr an Demenz oder Alzheimer zu erkranken, als unversehrte Personen. Diese Studie wurde in Paris im Rahmen der Konferenz der Alzheimer’s Association‘ International vorgestellt.

In der zweiten Studie konnte nachgewiesen werden, dass 35 % der ehemaligen Profifußballer an Demenz oder Ähnlichem erkrankten, die durchschnittliche Erkrankungsrate in der Bevölkerung liegt bei ca. 13 %. Hier könnten auch Kopfbälle eine Rolle spielen. Bislang ist bekannt, dass Alzheimer durch Plaque-Bildung im Gehirn ausgelöst wird. Dabei spielen körpereigene Beta-Amyloid-Peptide und so genannte Neurofibrillen eine Rolle. Neben der Genetik scheinen auch Lebensumstände, wie Ernährung oder Bewegung, eine Auswirkung auf eine mögliche Erkrankung zu haben. Weltweit gelten über 24 Millionen Menschen an Alzheimer erkrankt, bislang ist keine Heilung möglich.



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