Versicherung & Vorsorge

Gesetzliche Krankenversicherung: Beitragsrückstände unter 1 %

Die gesetzliche Krankenversicherung hat in Deutschland, dem Trend der vollen sozialen Kassen in 2011 folgend, im Jahr 2011 eine Beitragseinnahme in Höhe von 171,845 Milliarden Euro verzeichnen können, der Beitragsrückstand beläuft sich im Februar 2012 auf insgesamt 1,53 Milliarden Euro, damit liegt die Rückstandsquote gerade einmal bei 0,89 %, ein sensationeller Wert, wie der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung selber zugibt.

Nahezu 100 % der Beiträge werden eingezogen

Wie der Spitzenverband in einem Statement kund tut, gelingt es den gesetzlichen Krankenkassen nahezu 100 % der monatlichen Beiträge für die Krankenversicherung auch einzutreiben. So liegt die Soll-Ist-Quote für die einzuziehenden Krankenkassenbeiträge im Februar 2012 bei 99,58 %.

Die Beitragsrückstände lagen im Januar 2012 noch bei 1,44 Milliarden Euro, diese stiegen zum Februar 2012 auf nun 1,53 Milliarden Euro. Trotz der Rückstände verweist der Spitzenverband auf den Umstand, dass bei einer Rückstandsquote von 0,89 % jedes mittelständisches Unternehmen auf eine solche Quote neidisch wäre.

Einführung der Versicherungspflicht 2007

Die große Koalition hat 2007 eine Gesundheitsreform auf den Weg gebracht, die die Versicherungspflicht mit einbrachte, hatte auch zur Folge, dass die privaten Krankenvericherungen Basistarife anbieten mussten. Dennoch kommen die meisten säumigen Zahler der gesetzlichen Krankenversicherung aus dem Stand der Freiberufler und Selbstständige.

2007 kehrten viele Versicherte der privaten Krankenversicherung zurück in die gesetzliche Versicherung. Gerade diese Versicherten können die Beiträge zur Krankenversicherung nicht mehr aufbringen, der Rückstand aus diesem Bereich belaufe sich auf 466 Millionen Euro. Zudem mussten viele Freiberufler sich nach 2007 pflichtversichern, und die anfallenden Beiträge nach dem Stichtag auch begleichen.

Reaktion der Medien

Die Reaktion der Medien auf die Nachricht des Rückstandes von 1,53 Milliarden Euro ist sinnbildlich; statt die positive Nachricht der nahezu reibungslos laufenden Beitragsabwicklung, im Gegensatz zu manch anderen Regelungen in den Sozialversicherungen, wiederzugeben, wird die eigentlich positive Nachricht verdreht und dramatisiert.

Demnach wiegt anscheinend der Umstand einer nichtgezahlten Rechnung schwerer, als die lage der Menschen, die nicht mehr imstande sind, ihre Beiträge zur wichtigsten Versicherung im Sozialsystem zu begleichen. Angesichts des Überschusses der gesetzlichen Krankenkassen von knapp 20 Milliarden Euro nimmt sich die heftige Reaktion moralisch und meinungsfördernd aus. Hier wird Meinungsmache gegen solche betrieben, die eh genug Probleme haben. Die gesetzliche Krankenversicherung ist mit einem Beitragsrückstand von unter einem Prozent nicht in ihrer Existenz bedroht.

 



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