Versicherung & Vorsorge

Gesetzliche Krankenversicherung: Krankenkassen Rücklagen von 9,9 Milliarden Euro

Laut Meldung des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband) haben die gesetzlichen Krankenkassen Ende 2011 Rücklagen von 9,9  Milliarden Euro gebildet, das entspräche fünf Prozent der jährlichen Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen. Trotz der stabilen finanziellen Lage der Gesetzlichen Krankenkassen warnt der Vorsitzende des GKV–Spitzenverbandes, Johann-Magnus v. Stackelberg, vor Einnahmekürzungen der Krankenkassen, schließlich gelte es nicht nur die aktuelle Situation zu berücksichtigen, sondern auch zukünftige Entwicklungen zu beachten.

Verwaltungskosten der Gesetzlichen Krankenkassen sinken

Oftmals wurden den gesetzlichen Krankenkassen vorgeworfen, sie würden zu hohe Verwaltungskosten auffahren, diese würden nicht in Relation mit den angebotenen Leistungen stehen. Doch in der Tat scheint die selbstauferlegte Haushaltsdisziplin der Gesetzlichen Krankenkassen zu fruchten, nach Ausgaben von 9,48 Milliarden Euro im Jahr 2010 für Verwaltungskosten konnten die gesetzlichen Krankenkassen diese Nettoausgaben 2011 auf 9,37 Milliarden Euro senken. Damit wurde die gesetzliche Vorgabe einer „Nullrunde“ (also keine weiteren Steigerungen der Verwaltungskosten) nicht nur eingehalten, die Gesetzlichen Krankenkassen konnte diese Vorgabe mit der Kostensenkung der Verwaltungskosten gar übertreffen, berichtet stolz der Pressesprecher des GKV-Spitzenverbandes Florian Lanz. Doch Lanz weist auf den Umstand hin, dass zwar die Verwaltungskosten gesenkt worden seien, aber die Ausgaben der Krankenhausbehandlungen gestiegen seien. Demnach wurden 2010 insgesamt 58,8 Milliarden Euro für Krankenhausbehandlungen ausgegeben, 2011 mussten aber schon 60,1 Milliarden Euro aufgewendet werden.

PKV fährt Kampagne gegen „Bürgerversicherung“

Indes fährt der Verband der Privaten Krankenversicherung eine Kampagne gegen die so genannte Bürgerversicherung auf. Die Bürgerversicherung, vor allem wie sie von der SPD und den Grünen vorgeschlagen wird, ist eine einheitliche Krankenpflichtversicherung, in der alle Bürger einbezogen werden. Die Privaten Krankenkassen bangen nicht zu Unrecht um ihre Existenz, denn in einer Bürgerversicherung gibt es kaum Alleinstellungsmerkmale. Die Beitragsbemessungsgrenze soll für alle Menschen angehoben werden, was unmittelbar finanzielle Nachteile für Facharbeiter (oder wie die PKV sagt, die Mittelschicht) nach sich ziehen würde. Je nach Modell würden die Beiträge für Informatiker (Jahresgehalt 55.000 Euro) um bis zu 15,6 %, für Industriemechaniker und Ärzte (Gehalt von 66.000 bis 80.000 Euro) um bis zu 39,6 % steigen, rechnet der Verband der PKV vor. Auch die Folgen für die Arbeitgeber wären verheerend, demnach würden die so genannten Lohnnebenkosten immens steigen. Letztlich bleibt es momentan beim zweigleisigen Modell der Krankenversicherungen. Noch bleibt es bestimmten  Gruppen (Freiberufler, Selbstständige, Beamte etc.) frei, ob sie die GKV oder die PKV bevorzugen, ein Wechsel der Krankenversicherung online vergleichen ist auf jeden Fall ratsam.

Beitragssatzentwicklung in der GKV stabil

Die Beitragssatzentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung ist in den vergangenen Jahren relativ stabil geblieben, so lag der Beitragssatz 1999 noch bei 13,6 % , stieg 2002 auf 14,0 %, seit 2005 müssen alle Mitglieder einen Zusatzbeitrag von 0,9 % entrichten. Im vergangenen Jahr und in diesem bleibt der Beitragssatz bei 15,5 %. Seit 2004 steuert der Bund Steuergelder bei, 2004 waren dies eine Milliarde Euro, 2010 mit 15,7 Milliarden Euro hatte der Steueranteil seinen Höchststand erreicht. Im vergangenen Jahr fiel der Steueranteil auf 15,3 Milliarden Euro, für dieses Jahr werden Zuzahlungen von 14 Milliarden Euro prognostiziert. Hier scheinen sich die Rücklagen der Krankenkassen und die stabile finanzielle Situation der GKV sich endlich auszuwirken.



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