Gesundheit

Gesundheitsminister Bahr (FDP): Ärzte wegen Honorare in die Schranken verwiesen

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP hat Forderungen von Ärzten zurückgewiesen, die eine Honorarerhöhung um 30 Prozent vorsah. Der Bundesgesundheitsminister indes erteilte den Forderungen der Ärzte eine Abfuhr. Zuvor konnten sich die privaten Krankenversicherer und Vertreter der Ärzteschaft nicht über eine Erneuerung der ärztlichen Gebührenordnung einigen.

Der Bundesgesundheitsminister indes kündigte zwischenzeitlich an, den Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung überprüfen zu lassen. Zu den Forderungen der Ärztevertreter sagte Daniel Bahr wörtlich: “ ich kenne keine Berufsgruppe, die einen kompletten Inflationsausgleich bekommt.“ der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, hatte sich zunächst für eine entsprechende Anpassung der Gebührenordnung der Ärzte ausgesprochen.

Begründet wurde der Vorstoß mit der der derzeit geltenden Gebührenordnung. Diese wäre rund 20 Jahre alt und würde die heutige Preisentwicklung nicht mehr korrekt widerspiegeln. Grundsätzlich war es das Ziel des Bundesgesundheitsministers, die Gebührenordnung der Ärzte in der laufenden Legislaturperiode neu zu regeln.

Private Krankenversicherer und Ärzteschaft konnten sich nicht auf neue Gebührenordnung einigen

Dies sei jedoch nicht möglich gewesen, weil sich weder die privaten Krankenversicherer noch die Ärztevertreter auf eine Modifizierung einigen konnten. Bundesgesundheitsminister Bahr will stattdessen die Beitragssätze der gesetzlichen Krankenversicherung im nächsten Jahr einer Überprüfung zuführen. Derzeit liegt der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung bei 15,5 Prozent des Bruttogehalts.

Der FDP liegt daran, den Beitragssatz langfristig abzusenken. Dies sei angesichts seiner Partei, er selbst sei jedoch nicht der Meinung, dass der Beitrag unbedingt abgesenkt werden müsse, so Bahr. Vielmehr glaubt der Bundesgesundheitsminister, dass die Versicherten froh darüber seien, eine gewisse Stabilität bei der gesetzlichen Krankenversicherung zu verspüren. Stattdessen fordern Gesundheitspolitiker der Union eine Beitragsabsenkung aufgrund der großen Überschüsse im System sowie angesichts der guten Wirtschaftsentwicklung.

Montgomery: Gesundheitssparkonto für alle ab Geburt an

Stattdessen warnen Ärztevertreter vor einer rot-grünen Bundesregierung. Bundesärztekammer Präsident Montogomery schlägt vor, 100 Euro monatlich durch den Staat von der Geburt bis zum Alter von 18 Jahren auf ein so genanntes Gesundheitssparkonto einzuzahlen. Stattdessen solle der heutige Krankenkassenbeitrag durch einen so genannten Gesundheitsbeitrag ersetzt werden.

Dieser sollte nach Vorschlag von Montgomery, zwischen 130 bis 170 Euro pro Person und Monat, mit einem Sozialausgleich für Geringverdiener, hoch sein. Während die Union zu ihren weiteren Gesundheitsplänen derzeit nichts öffentlich sagt, schlägt die Opposition aus SPD, Grüne und Linke eine Bürgerversicherung für alle vor.

Wartezimmer als Wahlkampfzentrale der Ärzteschaft?

Die Ärztevertreter sehen in den Plänen der Opposition eine Bedrohung. Insbesondere soll nach Vorschlag von Montgomery, die private Krankenversicherung mit allen Mitteln unbedingt erhalten werden. Es bleibt daher zu erwarten, dass Hausärzte und niedergelassene Ärzte in ihren Arztpraxen politisch Stimmung gegen die Pläne von SPD und Grünen machen. Es ist daher weiter anzunehmen, dass das Wartezimmer zukünftig zu einer Wahlkampfzentrale für die Ärzteschaft und deren Pfründe werden soll. Während andere Berufsgruppen mit geringen Beträgen abgespeist werden, erdreisten sich Ärzte immer wieder in den Topf der Gemeinschaft zu greifen. Statt den Eid des Hippokrates ernst zu nehmen, geht es anscheinend einigen Ärzten nur ums Geld.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.