Unternehmen

GM-Tochter Opel mit Milliardenverlust

General Motors muss hinsichtlich seines Europageschäfts weitere Verluste verkraften. Im letzten Jahr machten Opel und Vauxhall Verluste von 1,8 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht dem dreifachen Betrag des Vorjahreszeitraumes. Der Nettogewinn des Mutterkonzerns General Motors verringerte sich dadurch um 36 Prozent auf 4,9 Milliarden US-Dollar.

Der Vorstandschef von GM, Dan Akerson, will dennoch an der Zielmarge festhalten, bis Mitte des Jahrzehnts auf dem europäischen Markt wieder Gewinne verzeichnen zu können. Für das laufende Geschäftsjahr soll der Verlust bereits verringert werden. Opel könnte durch dieses Ansinnen weiter dazu gedrängt werden, mit den Gewerkschaften und dem Betriebsrat weitere Einschnitte zu vereinbaren.

Opel: 23 neue Automodelle in Markt einführen

Am Samstag sollen in Düsseldorf die diesbezüglichen Verhandlungen weiter geführt werden. Der Opel-Betriebsrat teilte jedoch mit, dass er nicht mit einer Einigung in der Sache an diesem Wochenende rechnet. Als Grund gab Wolfgang Schiefer-Klug, Betriebsratschef von Opel, an, dass noch zahlreiche Fragen ungeklärt wären.

So fordern die Arbeitnehmervertreter die Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen über das Jahr 2016 hinaus. Opel will innerhalb der nächsten Jahre 23 neue Automodelle in den Markt einführen.

Standort Bochum wird spätestens 2016 geschlossen

Der Standort Bochum soll jedoch im Jahr 2016 geschlossen werden. 3000 Opel-Beschäftigte sind von dieser Maßnahme betroffen.General Motors will jedoch erst eine Standortsicherung für die anderen Standorte geben, wenn die Arbeitnehmer die Schließung von Bochum akzeptieren. Für das Management des Mutterkonzerns könnten die nun vermeldeten Zahlen jedoch einen gewichtigen Argumentationsschub zur Schließung des Bochumer Standortes seitens des Managements bedeuten.

Milliardenabfindungen seitens GM fällig

Der Betriebsrat und die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sehen indes in den Geschäftszahlen nicht nur Opel-spezifische Probleme sondern gesamteuropäische Probleme der Automobilindustrie. Als Argument führen die Arbeitnehmer Vertreter insbesondere Probleme der französischen Automobilindustrie an.

Der Standort Bochum hingegen dürfte trotz aller Appelle seitens der Politik und der Arbeitnehmer endgültig im Jahr 2016 Geschichte sein. Derzeit gibt es Überlegungen, die Schließung sogar schon in das Jahr 2014 hinein zu verlegen.

IG Metall und Opel-Betriebsrat: Bochum als Komponentenwerk erhalten

Derweil versucht die IG-Metall zusammen mit dem Betriebsrat den Standort Bochum zumindest als Komponentenwerk für Opel zu erhalten. Ziel ist es, wenigstens einen Teil der Mitarbeiter den Arbeitsplatz zu erhalten. Im Falle einer Schließung dürften Milliardenbeträge für zu zahlende Abfindungen fällig werden.

Die IG-Metall kündigte für den Fall der endgültigen Schließung weitere Proteste und rechtliche Unterstützung der Arbeitnehmer an. In Bochum wird derweil nach dem Motto verfahren “Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ GM in Detroit verfolgt hingegen knallharte US-Unternehmenspolitik.

Diese verträgt sich bisweilen nicht mit der in Deutschland herrschenden sozialen Marktwirtschaft. Insofern dürften im Falle einer nicht erfolgten Einigung auch zwei Wirtschaftssysteme im weiteren Verlauf der Auseinandersetzungen zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmer aufeinanderprallen.



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