Konjunktur

Griechenland: Fitch wertet Griechenland auf C ab

Die Ratingagentur Fitch hat Griechenland um zwei Stufen von CCC auf C herabgestuft, diese Beurteilung liegt eine Stufe vor dem Staatsbankrott. Angesichts des nun ausgehandelten Schuldenschnitts im privaten Sektor, wo griechische Staatsanleihen umgeschuldet werden und mit 100 Milliarden Euro weniger bewertet werden, und dem Hilfspaket der EU im Wert von 130 Milliarden Euro schien die Staatspleite Griechenlands abgewendet, doch die Ratingagentur sieht die Lage anders und schließt ein Staatsbankrott Griechenlands nicht aus. Nun werden die Zinsen für griechische Staatsanleihen wieder steigen, die Refinanzierung für den angeschlagenen Euro-Staat wird sich schwieriger gestalten.

Hilfspaket als Auslöser für Abwertung ?

Mit der Einstufung C für Griechenland deutet Fitch in seiner Einschätzung an, dass bislang Schulden zurückgezahlt werden, aber dass die Lage äußerst prekär ist und das ein Ausfall wahrscheinlich ist. Nach Vereinbarung des Hilfspaketes der EU und der Umschuldung im privaten Sektor (hauptsächlich Banken) fällt diese Abstufung von Fitch besonders auf. In den vergangenen Monaten hatten die Schreckensnachrichten der großen Ratingagenturen anscheinend ihre Wirkung auf Anleger eingebüßt, zu viele Abwertungen liessen Anleger hartgesottener erscheinen, an den Märkten hatten diese kaum noch Auswirkungen. Doch im Falle Griechenlands könnte dies anders ein, wenn nun eine der großen Ratingagenturen eine Staatspleite Griechenlands als wahrscheinliches Szenario an die Wand pinselt.

Andere Ratingagenturen bislang ruhig

Die anderen großen Ratringagenturen, Moody´s und Standard and Poor´s, schweigen bislang zum Causa Griechenland. Während Moody´s in letzter Zeit verstärkt Banken aus der EU genauer unter die Lupe nimmt, hat Standard and Poor´s Japan im Visier und droht hier mit einer Abstufung. Wenn aber die anderen großen Ratingagenturen nachziehen sollten und griechenland erneut abstufen sollten, werden Anleger weiter verunsichert und die Zinsen zur Refinanzierung Griechenlands werden enorm steigen.

Kürzungen der Ausgaben in Griechenland- wirklich sinnvoll?

Die Vergabe des Hilfspaketes war an direkte Forderungen geknüpft, Griechenland soll den Staatshaushalt konsolidieren und Ausgaben stark zurückfahren. Doch zunehmend stoßen diese Forderungen auf die Skepsis vieler Experten. Im vergangenen Jahr sank das Bruttoinlandsprodukt um sieben Prozent, weit stärker als Analysten im Vorfeld erwarteten. Wenn nun die Wirtschaft in Griechenland schrumpft, sinken auch die Steuereinnahmen, ergo müssten vermehrt Schulden aufgenommen werden. Auf der anderen Seite ist der soziale Frieden in Griechenland erheblich gestört, ein Grund weniger für Anleger ihr Geld dort zu investieren. Die Sparanstrengungen dürften die Rezession und die zunehmende Unruhe in Griechenland eher verschärfen, ob auf lange Sicht dies der richtige Weg sein dürfte, darf bezweifelt werden, Spanien und Italien droht ein ähnliches Szenario. Vorerst bleibt es dabei, die Ratingagentur Fitch glaubt nicht an eine Rettung Griechenlands und stuft konsequent Griechenland auf Stufe C ab.

 

 



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