Wirtschaft

Griechenland: Haushaltsüberschuss 2013 höher als erwartet

Griechenland scheint finanziell doch besser aufgestellt zu sein, als zuvor gedacht wurde.

Nach der jahrelangen Schuldenkrise geht es in Athen nun endlich wieder bergauf.

Einnahmen statt Ausgaben

Laut Regierungschef Antonis Samaras konnte Griechenland im Jahr 2013 deutlich mehr Einnahmen als Ausgaben verzeichnen. Allerdings wurde hierbei nicht die hohe Zinslast für die Staatsschulden berücksichtigt.

Geringes Wachstum für 2014 prognostiziert

Experten glauben, dass der Haushaltsüberschuss ein ‚Primärüberschuss‘ ist. Es wurde von einer Summe in Höhe von 1,5 Milliarden Euro gesprochen. Diese Summe hatte niemand erwartet.

Nach der Schuldenkrise geht es für Griechenland langsam, aber sicher, wieder bergauf. Für das Jahr 2014 rechnet Athen seit vielen Jahren erstmals wieder mit einem geringen Wachstum. Bis 2015 wird mit einem Zuwachs von zwei Prozent und für das Jahr 2016 mit drei Prozent gerechnet.

Finanzielle Hilfe bei primärem Überschuss

Samaras kann es vermutlich kaum erwarten, das Ergebnis aus Luxemburg zu hören. Das Europäische Statistikamt Eurostat wertet die Daten für die öffentlichen Defizite der Mitgliedstaaten aus und stellt sie zusammen. Die Ergebnisse sollen am 23. April 2014 veröffentlicht werden.

Die Eurogruppe hatte Griechenland im November 2012 weitere finanzielle Hilfen in Aussicht gestellt, wenn das Land einen primären Überschuss erwirtschaftet.

Hat Griechenland 2013 einen Haushaltsüberschuss erwirtschaftet?

Dies stellt auch der EU-Währungskommissar Olli Rehn in Frage. Man warte auf die Eurostat-Daten, um zu wissen, ob Griechenland wirklich einen Haushaltsüberschuss erwirtschaftet hat, erklärte er.

Erst wenn die Geldgeber-Troika die finanzielle Lage des Landes überprüft habe, könne eine Entscheidung über die Finanzierungslücken für 2015 und 2016 getroffen werden. Dies würde im Sommer und danach geschehen, hieß es weiter.

Griechenland kann nicht mit Hilfe rechnen

Dies ging aus einem Bericht des ‚Spiegels‘ hervor. Das Bundesfinanzministerium bezeichnete den Bericht jüngst als unzutreffend. Das Nachrichtenmagazin erklärte, dass Griechenland vor der Europawahl, die Ende Mai stattfindet, nicht mehr mit positiven Signalen für neue Hilfen rechnen könne.

Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums gab bekannt, dass die zuständigen Bundesressorts an weiterer partnerschaftlicher Hilfe für das Land arbeiten.

Hilfsprogramm läuft bis Ende 2014

Das aktuelle Hilfsprogramm für Griechenland läuft laut Aussagen des Sprechers noch bis Ende 2014. Erst Mitte dieses Jahres sei gewiss, ob es einen Restfinanzierungsbedarf gebe, hieß es.

Laut dem ‚Spiegel‘ befürchtet Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass die eurokritische Alternative für Deutschland bei der Europawahl von einer erneuten Diskussion über neue finanzielle Hilfen für Griechenland als Profiteur hervorgehen wird.

Überprüfung der Geldgeber-Troika noch nicht abgeschlossen

Die Finanzminister der 18 Euro-Länder treffen sich am Montag in Brüssel. Dort findet das zweite Gespräch zur Lage in Griechenland statt. Es können derzeit keine Hilfen in Milliardenhöhe ausgezahlt werden. Die Geldgeber-Troika hat ihre Überprüfung bisher noch nicht abgeschlossen.

EU-Währungskommissar Rehn hofft, dass die Überprüfung bis März oder April abgeschlossen wurde.

Keine Geldnot in Athen?

Vor dem Treffen sagten Diplomaten, dass die Troika-Vertreter der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank oder kurz EZB und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) möglichst bald nach Athen zurückkehren sollten. Sie reisten im Dezember ab.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Privatisierungen und die Reform der öffentlichen Verwaltung sehr umstritten.

Derzeit heißt es, dass es keine akute Geldnot in Athen gebe. Im Mai müsse jedoch eine größere Schuldensumme getilgt werden. Ein Diplomat erklärte, dass es aus diesem Grund ‚sehr wünschenswert‘ sei, dass die Troika-Untersuchung noch weit vor diesem Termin abgeschlossen sei.



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