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Gurlitt will Münchener Kunstschatz behalten

Der bisherige Besitzer des Münchner Kunstschatzes, Cornelius Gurlitt, will die ins einem Besitz befindlichen Bilder nicht freiwillig abgeben. Vielmehr behauptet Gurlitt, dass sein Vater die über 1400 Bilder “rechtmäßig erworben“ habe. Wörtlich sagte Cornelius Gurlitt:“Freiwillig gebe ich nichts zurück.“

Vielmehr seien die über 1400 Bilder, die die Staatsanwaltschaft in der in München Schwabing befindlichen Wohnung zunächst sichergestellt hatte, von Gurlitts Vater rechtmäßig erworben worden, so Cornelius Gurlitt.

Der Staatsanwaltschaft sowie den Medien warf der Sohn des Kunsthändlers vor, sämtliche Dinge falsch darzustellen. Eine Besitzrückübertragung auf die ursprünglichen Eigentümer, den die Bildnisse im Zuge der Herrschaft der Nationalsozialisten abgenommen wurde, erteilte Gurlitt eine klare Absage.

Beschlagnahmte Bilder waren in schlechtem Zustand

Vielmehr gab der knapp 80-Jährige an, der Staatsanwaltschaft “genug Belege“ geliefert zu haben, die ihnen von sämtlichen strafrelevanten Tatbeständen entlasten würde. Hinsichtlich der öffentlichen Diskussion um seine Person sagte der Bildersammler, dass er lediglich “mit seinen Bildern habe leben wollen.“ Er bezeichnete die Bilder als seinen “Lebensinhalt.“ Auch wenn der Kunstsammler die Bilder als Lebensinhalt betrachtet, stellt sich die Frage, warum diese dann in einem derart schlechten Zustand gewesen sind, als sie von der Staatsanwalt beschlagnahmt wurden?

Gurlitt wegen Steuerhinterziehung und Unterschlagung im Fokus der Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft ermittelt derweil gegen den Sohn des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt wegen Steuerhinterziehung und Unterschlagung. Nach einem Bericht des Magazins “Focus“ wollen bayerische Justizbeamte sowie Mitarbeiter des Bundeskanzleramtes den Kunsthändlers freiwillig dazu bewegen, die Bilder dem Staat zu überlassen.

Im Gegenzug würden die Justizbehörden dann eine Einstellung des Ermittlungsverfahrens wegen Steuerhinterziehung und Unterschlagung in Aussicht stellen, heißt es. Von den über 1400 Bildern gelten rund 590 als Teil möglicher Raubkunst der Nationalsozialisten. Die Ermittlungsbehörden wollen nun offenbar eine Vertrauensperson damit beauftragen, sich mit Gurlitt zu einigen.

Kunstwerke stammen offenbar zu großen Teilen aus NS-Raubkunstbeständen

In der Wohnung des Rentners wurden insgesamt 1401 Bilder gefunden. Teile der Werke sollen offenbar aus NS-Raubkunstbeständen stammen. Andere Teile wiederum könnten jedoch auch tatsächlich dem Vater Gurlitts rechtmäßig gehört haben. Die Staatsanwaltschaft hat insofern die schwierige Aufgabe, die Besitzverhältnisse der Kunstwerke aufzuklären. Hierzu bedient sich die Staatsanwaltschaft insbesondere renommierten Kunstwissenschaftlern.

Kunsthistoriker in der Kritik

Kritiker bemängeln jedoch, dass die mit der Analyse beauftragten Kunsthistoriker ein nicht unerhebliches Eigeninteresse an dem wissenschaftlichen Erwerb der Bilder haben würden. Das bedeutet, dass eine neutrale Bewertungen durch die Kunsthistoriker hinsichtlich der möglichen Besitzverhältnisse schwierig erscheint. Andererseits dürfte die grundsätzliche moralische Frage im Raum stehen, ob die Werke angesichts der damit verbundenen Geschichte des Nationalsozialismus nicht so oder so abgegeben werden sollten? Die Antwort auf diese Frage kann jedoch nur Cornelius Gurlitt für sich selbst beantworten.



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